Der Industriekonzern Schweiter hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2013 den Umsatz knapp gehalten. Dabei hielt sich der grössere Bereich 3A Composites stabil, wogegen der Bereich Textilmaschinen einen leichten Rückschlag erlitt. Wegen des Wegfalls verschiedener positiver Sondereffekte aus dem Vorjahr sind die Gewinnziffern rückläufig. Im Ausblick gibt sich das Unternehmen zurückhaltend.

Mit den fortgeführten Geschäften wurde der Umsatz bei 338,9 Millionen Franken knapp gehalten. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verzeichnete ein Minus von 18 Prozent auf 35,1 Millionen Franken, wobei das Minus unter Ausklammerung der Sondereffekte aus dem Vorjahr lediglich bei 3 Prozent lag. Die Sondereffekte beliefen sich insgesamt auf 6,8 Millionen Franken. Der EBIT ging um 22 Prozent auf 22,5 Millionen und die EBIT-Marge auf 6,6 von 8,5 Prozent zurück.

Erwartungen verfehlt

Der Reingewinn sank gegenüber der Vorjahresperiode um 30 Prozent auf 17,3 Millionen Franken, wie die nach dem Verkauf des Halbleiterbereichs Ismeca noch in den Bereichen Verbundwerkstoffe und Textilmaschinen tätige Gruppe mitteilte. Die Vorjahreszahlen sind um die devestierte Ismeca bereinigt. Das Minus im Reingewinn mit den fortgeführten Bereichen lag bei 24 Prozent.

Damit hat das Schweiter die Erwartungen der Analysten nicht erreicht. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 348,9 Millionen Franken, für den EBIT bei 23,3 Millionen und für den Reingewinn bei 19,7 Millionen Franken.

Im mit einem Umsatzanteil von gegen 90 Prozent weitaus grösseren Bereich 3A Composites hätten Zunahmen in den Geschäftsfeldern Architektur und Display die tieferen Volumina im Windsegment in den USA und in China kompensiert. So ergab sich ein minimes Umsatzplus auf 301,9 Millionen Franken, während der Bestellungseingang um 1 Prozent auf 306,1 Millionen zurückging. Der EBITDA reduzierte sich um über 20 Prozent auf 31,3 Millionen und die EBITDA-Marge auf 10,4 von 13 Prozent. Dieser Rückgang wird «im Wesentlichen» mit den wegfallenden Einmaleffekten aus dem Vorjahr begründet.

Der Bereich SSM Textilmaschinen verzeichnete wegen einer schwachen Kapazitätsauslastung zu Jahresbeginn ein Umsatzminus von 5 Prozent auf 36,7 Millionen. Dagegen zog der Bestellungseingang um 10 Prozent auf 39,1 Millionen Franken an. Das Branchenumfeld habe sich leicht aufgehellt, heisst es dazu. Von den wichtigsten Absatzmärkten entwickelten sich Indien und die Türkei dank bedeutenden Investitionen in Chemiefaser-Anlagen sehr erfreulich. China verzeichnete eine weiterhin unterdurchschnittliche Investitionstätigkeit. Der EBITDA des Geschäftsbereichs legte um über 30 Prozent auf 4,8 Millionen Franken zu, die entsprechende Marge lag bei 13,1 Prozent.

Vorsichtiger Ausblick

Im Ausblick heisst es, wegen des guten Bestellungseingangs bei SSM Textilmaschinen sei dort im zweiten Semester mit einem erfreulichen Geschäftsverlauf zu rechnen.

Für 3A Composites stellt das Unternehmen indes für das zweite Halbjahr einen «leicht tieferen Geschäftsverlauf» in Aussicht. Dabei werde im Geschäftsfeld Kernmaterialien für Europa und die USA mit einem gehaltenen und in China mit einem tieferen Umsatz und Ergebnis gerechnet. Die anziehende Konjunktur in den USA dürfte gemäss Schweiter das Display Geschäft positiv beeinflussen. In Europa werde der Geschäftsverlauf weiterhin durch die Entwicklung in Deutschland geprägt, während sich in den südeuropäischen Ländern noch keine Erholung abzeichne. Aufgrund der starken Marktstellung dürfte das Architektur-Geschäft in Asien weiter wachsen.

(jev/moh/awp)

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