Die Schweizer Armee bleibt der grösste Einzelkunde der Ruag, doch sinkt ihr Anteil am Umsatz kontinuierlich. 2013 hat der bundeseigene Rüstungs- und Technologiekonzern diesen Verlust im zivilen und internationalen Geschäft erfolgreich kompensiert.

Die Ruag hat den Nettoumsatz im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf 1,752 (Vorjahr: 1,741) Milliarden Franken erhöht. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag mit 115 (113) Millionen Franken praktisch auf Vorjahreshöhe. Der Reingewinn dagegen stieg um über 20 Prozent auf 94 (78) Millionen Franken. Dass keine Kosten für Restrukturierungen anfielen, sei der Hauptgrund für den Gewinnsprung, hiess es an der Bilanzmedienkonferenz in Emmen.

Der Anteil der Schweizer Armee am Ruag-Umsatz fiel 2013 von 36 auf 32 Prozent. Verantwortlich dafür ist unter anderem der Abschluss von drei grossen Projekten. Durch zivile und internationale Aufträge konnte der Konzern den schrumpfenden Schweizer Markt kompensieren.

Nachdem das zivile und das militärische Geschäft in den letzten Jahren ausgeglichen waren, ist der zivile Anteil inzwischen auf 56 (50) Prozent angestiegen. Der Schweizer Anteil ging auf 39 (44) Prozent zurück. Im Ausland wurden dagegen, dank Wachstum in Australien und Nordamerika, 61 (56) Prozent des Umsatzes erzielt.

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Steigende Bedeutung von Nordamerika und Asien/Pazifik

Die Expansion in ausgewählte ausländische Wachstumsmärkte sieht die Ruag als zentralen Erfolgsfaktor. So verzeichnete etwa der Sportschützenmarkt in den USA ein signifikantes Wachstum. Im Raum Asien/Pazifik erhöhte Ruag den Marktanteil in erster Linie durch die Übernahme der australischen Rosebank Engineering, die im Unterhalt von Flugzeugkomponenten tätig ist.

Laut Verwaltungsratspräsident Konrad Peter gelang es 2013 auch, die anstehenden Probleme im Bereich Technologie mit dem Verkauf der Mechanical Engineering AG und der Stilllegung von Automotive zu lösen. Man sei aber weiterhin am Standort Altdorf präsent und habe dort im Technologiepark schon mehrere ausländische Firmen angesiedelt.

Der Ruag-Konzern generierte im letzten Jahr 711 Mio. respektive 706 Millionen Franken Umsatz in den Märkten Land und Air sowie 299 Millionen Franken in der Raumfahrt (Space). Während die Divisionen Space, Aviation und Ammotec (Munititon) ihre Umsätze steigern konnten, waren sie in den Divisionen Defence und Aerostructures rückläufig. Konzernchef Urs Breitmeier betonte aber, dass alle fünf Divisionen nach wie vor profitabel seien.

Froh um Lockerung bei Kriegsmaterialexporten

Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Er stieg in vergangenen Jahr um 14,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken. Der Auftragsbestand entwickelte sich um 7,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken.

Das insgesamt gute Resultat dürfe nicht über das schwierige Geschäft hinwegtäuschen, hält die Ruag fest. Konzernchef Breitmeier verwies auf regulatorische Herausforderungen. Der Nutzen für die Schweizer Armee stehe ihm Zentrum des Auftrages der Ruag. Dieser sei aber nur zu erfüllen, wenn man gleich lange Spiesse wie die europäischen Konkurrenten habe. Deshalb sei er froh, dass man das Gesetz über die Kriegsmaterialexporte gelockert habe.

Rücktritte aus dem Verwaltungsrat

Zum allfälligen Gripen-Kauf gibt sich die Ruag zurückhaltend. Die Beteiligung an der Produktion sei eher sekundär, weil man für nur 22 Flugzeuge keine grosse Infrastruktur aufbauen könne. Hoffnung setzt man auf den Unterhalt der Gripen-Flotte, der allerdings noch in weiter Ferne liegt. Dann aber möchte man nicht nur die Schweizer, sondern auch ausländische Gripen instandhalten.

Wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, treten Präsident Konrad Peter und Hans Lauri aus dem Verwaltungsrat zurück. Die Nachfolge wird an der Generalversammlung vom 15. Mai 2014 bestimmt; die Wahl erfolgt durch den Bundesrat auf Antrag des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Namen wurden keine genannt.

(sda/vst/sim)