Die Athener Proton Bank beschäftigt derzeit die griechischen Ermittlungsbehörden. Der Zweck des Finanzinstituts soll darin bestanden haben, die Firmen des früheren Präsidenten und Hauptinhabers Lavrentis Lavrentiadis mit billigem Geld zu versorgen und sein Vermögen ins Ausland zu transferieren. Insgesamt sollen über die Proton Bank 700 Millionen Euro in andere Länder abgeflossen sein. Im Herbst 2011 musste die Bank mit 900 Millionen Euro durch die griechische Regierung gestützt werden. 

Staatsanwalt Gregoris Peponis konkretisierte vor wenigen Tagen die Vorwürfe gegen den Banker und Waschmittelhersteller. Gegen Lavrentiadis und 27 Mitverdächtige wird unter anderem wegen  Betrugs, Bildung einer kriminellen Organisation und Geldwäscherei ermittelt. Die Ausreise aus Griechenland ist dem Unternehmer und fünf weiteren Personen derzeit untersagt. Lavrentiadis bestreitet alle strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn.

Lavrentiadis wollte in der Schweiz Bankier werden

Bevor die Affäre um die Proton Bank ins Rollen kam, plante Lavrentiadis in der Schweiz die Gründung einer eigenen Bank. Die entsprechenden Vorläufergesellschaften waren bereits ins Handelsregister eingetragen. Zudem ist der griechische Unternehmer der wirtschaftliche Berechtigte hinter drei Konten beim Zürcher Finanzdienstleister GHP Arbitrium. Auf ihnen liegen sich insgesamt rund 160 Millionen Euro. Sie wurden im März dieses Jahres provisorisch blockiert.

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Das Bundesamt für Justiz in Bern bestätigt, dass diesbezüglich vor kurzem ein Rechtshilfeersuchen aus Griechenland eingegangen ist. Dem Gesuch wurde entsprochen, der Vollzug an die Bundesanwaltschaft delegiert, heisst es beim Justizdepartement auf Anfrage.

Lavrentiadis will einen Deal

Diese Schritte deuten darauf hin, dass die Kontosperre bald aufgehoben werden könnte und die Gelder aus der Schweiz nach Athen zurückfliessen. Gut unterrichtete Quellen aus Griechenland bestätigen, dass Lavrentiadis mit der Athener Staatsanwaltschaft einen Deal aushandeln möchte. Der Unternehmer soll das Vermögen aus der Schweiz nach Griechenland zurück transferieren. Damit könnte ein Teil der 900 Millionen Euro zurückerstattet werden, die von Griechenland für die Rettung der Proton Bank aufgewendet wurden.