Diese Botschaft tut gut: Der Schweiz drohe trotz düsteren Schlagzeilen kein Ungemach. Das sagt Bernd Schips, emeritierter Ökonomieprofessor und ehemaliger Leiter der wichtigsten Schweizer Konjunkturforschungsstelle Kof. Fast 35 Jahre lang hat er die wirtschaftliche Entwicklung des Landes verfolgt. Genug, um auch in nervösen Zeiten den Überblick zu wahren.

So habe die Schweiz von der Bankenkrise wenig zu befürchten: «Trotz aller Panikmache hat diese auf uns kaum realwirtschaftliche Auswirkungen», sagt Schips. Seine Begründung: «Die Wertberichtigungen der Banken berühren die volkswirtschaftliche Wertschöpfung nicht spürbar.»

Langfristigen Handlungsbedarf sieht Schips wegen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Darin ortet er den Grund für eine zunehmende Risikoscheu. Diese könne in eine Abneigung gegen den technologischen Wandel umschlagen und damit Innovationen verhindern. Daher wünscht er der Schweiz zum Geburtstag vor allem mehr Selbstvertrauen.

Manche Manager von führenden Schweizer Unternehmen zeigen sich offen für Gedankenspaziergänge. Auf die Frage, welche Vorlage sie bis Ende Jahr lancieren würden, wären sie Bundesrat, antwortet etwa Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz: «Eine breit angelegte Ausbildungs- und Investitionsoffensive zur Entwicklung nachhaltiger Technologien.» Und Erich Walser, VR-Präsident der Helvetia, denkt an «ein völlig neues Konzept im BVG-Bereich mit dem Ziel, dass Junge nicht mehr in diesem Ausmass für die Alten zahlen müssen».

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