Samsung Pay startet in der Schweiz. Ab dem 23. Mai steht der Dienst Samsung-Nutzern zur Verfügung. Sie brauchen dafür allerdings eine von Cornercard, Bonuscard oder Swissbankers ausgestellte Kreditkarte. Karten von allen anderen grossen Anbietern – UBS, Credit Suisse und alle anderen – gehen indes nicht. Damit vollziehen die Südkoreaner diesen Schritt ähnlich zu dem Weg, den Apple Pay im vergangenen Sommer gewählt hat. Wie auch Apple arbeitet Samsung mit ausgewählten, kleineren Kreditkartenanbietern zusammen. 

Dass der Bezahldienst zunächst mit wenigen Kreditkarten verfügbar ist, ist bei Samsung genauso wie bei Apple darin begründet, dass die grossen Schweizer Banken gemeinsam die nationale Bezahllösung Twint lanciert haben, die allerdings wiederholt mit Startschwierigkeiten kämpft. UBS, Credit Suisse, Postfinance und mittlerweile rund 30 weitere Banken stehen hinter dem hiesigen digitalen Geldbeutel, ausserdem die SIX, Migros, Coop und die Swisscom.

Schweiz ist das dritte Land in Europa mit Samsung Pay

Apple Pay funktionierte beim Start im Sommer 2016 ebenfalls nur mit den Kreditkarten der oben genannten Anbieter. Im Herbst öffnete sich mit Swisscard ein wichtiger Anbieter zumindest teilweise für den Dienst von Apple. Ein solcher Schritt ist auch bei Samsung denkbar. Nur über den Umweg der Online-Kreditkarte Boon können heute alle Nutzer per iPhone mobil bezahlen. Ob diese Möglichkeit auch Samsung-Nutzern offen steht, ist noch nicht bekannt. 

Samsung wiederholt damit eine paradoxe Situation, die es bei Apple Pay bereits gibt: Die grösste Schweizer Bank UBS arbeitet in den USA mit dem Bezahldienst zusammen, nicht aber in der Schweiz. Gemäss Visa-Schweiz-Chef Stefan Holbein ist die Schweiz das dritte Land in Europa, in dem Samsung Pay verfügbar ist, nach Schweden und Spanien. «Die hohe Smartphonedichte sowie das engmaschige und moderne Zahlterminalnetz der Schweiz sind die besten Voraussetzungen.»

Grosses Potenzial für das mobile Zahlen

Grundsätzlich können sowohl Visa- als auch Mastercard-Kreditkarten in der Schweiz zum mobilen Bezahlen eingesetzt werden, laut Mastercard an über 80 Prozent aller Bezahlterminals. Der Nutzer braucht dafür jedoch eine Kreditkarte der oben genannten Anbieter Cornercard, Bonuscard oder Swissbankers. Kunden- und Treuekarten können ebenfalls bei Samsung Pay gespeichert werden. Anders als bei Kreditkarten ist hier keine Kooperation nötig, der Nutzer kann alle Karten mit Barcode speichern.

Anzeige

Eine Studie von Visa zeigt grosses Potenzial für das mobile Zahlen. 83 Prozent der Schweizer zwischen 18 und 24 Jahren nutzen demnach bereits das mobile Zahlen, wobei hier in die Definition sowohl das Durchführen von Zahlungen per Smartphone enthält als auch das Verwalten von Geld per Smartphone oder Tablet.

Jeder Dritte will das mobile Zahlen testen

Das mobile Zahlen im Geschäft will demnach jeder Dritte ausprobieren. Von denen, die es bereits ausprobiert haben, finden es 58 Prozent praktisch. Visa prognostiziert, dass Zahlungen von Mobilen Geräten bis 2020 die Hälfte aller Transaktionen ausmachen. Dabei geht es nicht länger nur um das Zahlen im Geschäft und am Kiosk, sondern zum Beispiel auch um das Abbuchen von Zahlungen aus dem Auto heraus.