«Die ICT-Industrie ist das Rückgrat unserer Wissensgesellschaft», sagt Peter Waser, CEO von Microsoft Schweiz. «Ignorieren wir diese Abhängigkeit, hat das für die Schweiz und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig gefährliche Konsequenzen.» 200000 Arbeitsplätze hängen an der Informatik-Branche, die jährlich zwischen 25 und 45 Mrd Fr. Umsatz erwirtschaftet. Doch die Politik interessiert das kaum – klagen die Spitzen der grössten IT-Unternehmen der Schweiz gegenüber der «Handelszeitung».

«Die Politik unterschätzt ganz eindeutig die Bedeutung unseres Industriezweigs», ärgert sich HP-Chefin Hauke Stars. Und IBM-Länderchef Daniel Rüthemann spricht von einem «relativ geringen Interesse» der Politik an Informatik-Themen. Auch Orange-CEO Andreas Wetter kritisiert, dass die «ICT-Branche im Vergleich zu anderen als Ganzes verschwindend klein vertreten ist».

Konkret fordern die Manager eine schweizweit einheitliche Nachwuchsförderung und mehr Offenheit gegenüber Technologie. Zudem müssten die Bereiche E-Government, E-Health und Internetsicherheit raschestmöglich ausgebaut und entsprechend von der Politik unterstützt werden.

Jetzt handeln die 17 bedeutendsten ICT-Unternehmen der Schweiz: Um sich als Branche in Bern mehr Gehör zu verschaffen, haben sie den Swiss ICT Council gegründet. Diese Interessenvereinigung soll zielgerichtetes Lobbying betreiben und das Wirrwarr mit über 20 IT-Verbänden beenden.