Die Schweiz soll neu auch vom Süden her über Italien mit Erdgas versorgt werden. Ein entsprechendes Projekt will die Transitgas AG, die Betreiberin der durch die Schweiz führenden Erdgas-Pipeline, in den nächsten zwei Jahren realisieren.

Die für die Anpassung der Schweizer Infrastruktur notwendigen Investitionen belaufen sich auf rund 30 Millionen Franken, wie Christoph Stutz, Verwaltungsratspräsident der Transitgas-Mehrheitseigentümerin Swissgas (51 Prozent Aktienanteil) am Montag anlässlich einer Medienkonferenz in Bern mitteilte.

Zudem seien auch Anpassungen an den Anschluss-Pipelines in Italien und Deutschland notwendig, denn das Erdgas soll über die Schweiz hinaus auch weiter in den Norden strömen.

Gas-Kooperation mit italienischem Gasversorger Snam

Um diese Anpassungen vorantreiben zu können, ist die neue belgische Transitgas-Minderheitsaktionärin Fluxys (46 Prozent Aktienanteile) eine Kooperation mit dem italienischen Gasversorgungsunternehmen Snam eingegangen. Dieses betreibt die südliche Anschluss-Pipeline von der Schweizer Grenze an die Adria. Snam ist eine Tochter des italienischen Energiekonzerns Eni, von dem Fluxys Ende November 2011 den Minderheitsanteil an Transitgas übernommen hatte.

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Auch an der nördlichen Anschluss-Pipeline TENP hat die Erdgasinfrastruktur-Betreiberin Fluxys ihre Beteiligung erhöht. Durch die TENP wird vornehmlich aus Norwegen und Grossbritannien stammendes Erdgas vom belgischen Nordseehafen Zeebrügge aus durch die Niederlande und Deutschland zur Schweizer Grenze geführt.

Derzeit ist es so, dass jene rund 80 Prozent des in der Schweiz konsumierten Erdgases, die über die Transitgas-Leitung ins Land gelangen, ausschliesslich von Norden her kommen.

Die zusätzliche Versorgung aus dem Süden mit Erdgas aus Algerien, Libyen und Russland soll nun die Verfügbarkeit von Erdgas in der Schweiz künftig noch breiter abstützen, erklärten Swissgas-VR-Präsident Stutz und Fluxys-Generaldirektor Walter Peeraer gemeinsam vor den Journalisten.

Eine zweite Pipeline durch die Schweiz sei überdies nicht notwendig, so Stutz. Die Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur würden ausreichen.

(aho/sda)