Die Zeit drängt. «Je länger wir zuwarten, desto grösser wird die Gefahr, dass wir uns nicht mehr gegen den automatischen Informationsaustausch wehren können», sagt Thomas Borer, ehemaliger Schweizer Botschafter in Deutschland. Ein Ausweg wäre, wenn das in der Schweiz liegende Schwarzgeld mit Steueramnestien in den wesentlichen Ländern anonym in weisses umgewandelt würde. «Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass kein neues Schwarzgeld mehr in die Schweiz fliesst.» Dies ist durch Zusagen der Banken oder durch eine Abgeltungssteuer möglich, die bisher allerdings im Ausland auf wenig Anklang stösst.

Für das Überleben des Schweizer Finanzplatzes ist der Kampf gegen die Forderungen der EU essenziell: «Sobald die Schweiz den automatischen Informationsaustausch übernimmt, drohen die nicht versteuerten Gelder in andere Länder abzuwandern, welche nur den OECD-Standard anwenden», warnt Manuel Ammann, Leiter des Instituts für Banken und Finanzen an der Universität St.Gallen. Auch Peter Fanconi, CEO Private Banking der Privatbank Vontobel, fordert: «Der automatische Informationsaustausch ist in jedem Fall abzulehnen.»