Im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre um den italienischen Rüstungskonzern Finmeccanica ist in Lugano ein mutmasslicher Mittelsmann festgenommen worden. Der amerikanisch-italienische Doppelbürger soll an Italien ausgeliefert werden.

Das Bundesamt für Justiz (BJ) bestätigte entsprechende Meldungen der italienischen Medien. Der Mann, der sich schon seit längerer Zeit im Visier der italienischen Justiz befinde, stehe im Verdacht, in Schmiergeldzahlungen für den Verkauf von zwölf Helikoptern des Unternehmens Agusta Westland an Indien verwickelt zu sein.

Haftbefehl bereits im Februar erlassen

Agusta Westland ist eine Tochtergesellschaft von Finmeccanica. Gemäss der italienischen Nachrichtenagentur ansa ist in Busto Arsizio (I) ein Prozess gegen den früheren Präsidenten von Finmeccanica, Giuseppe Orsi, und den ehemaligen Direktor von Agusta Westland, Bruno Spagnolini, im Gang.

Der im Tessin lebende amerikanisch-italienische Doppelbürger wird verdächtigt, bei dem Helikoptergeschäft mit Indien und der damit verbundenen mutmasslichen Zahlung von Bestechungsgeldern als Vermittler gedient zu haben. Gemäss dem Bundesamt für Justiz hat die italienische Staatsanwaltschaft bereits im Februar einen Haftbefehl erlassen.

Das Auslieferungsgesuch sei im April in der Schweiz eingetroffen, informierte das BJ. Der Beschuldigte habe sich dagegen widersetzt. Eine entsprechende Beschwerde sei am 16. Oktober vom Bundesstrafgericht jedoch abgewiesen worden. Daraufhin sei die Verhaftung erfolgt. Der Mann habe aber angekündigt, den Entscheid an das Bundesgericht weiterzuziehen.

(sda/vst/aho)