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Studie
Schweizer Asset Manager geraten ins Hintertreffen

Veloteam IAM-Cycling: Der Branche des Teamsponsors geht es nicht mehr blendend. Keystone

Immer mehr Anleger kehren der Schweizer Asset-Management-Branche den Rücken. Das Geschäft wird zunehmend von der US-Konkurrenz dominiert. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Veröffentlicht am 19.01.2016

Das Vertrauen der Anleger in die Schweizer Asset Management-Branche schwindet einer Studie zufolge zunehmend. Die Kunden bemängeln dabei vor allem die fehlende Innovationskraft der heimischen Anbieter, wie der am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Bankenberaters Zeb und des Swiss Finance Institute zu entnehmen war. Die Qualität der Anlagelösungen sei im internationalen Vergleich nur mittelmässig.

Die Asset Manager haben der Studie zufolge dagegen ein deutlich positiveres Selbstbild. Die Autoren der Studie zweifeln deshalb daran, ob die Vermögensverwaltungsfirmen die Bedürfnisse ihrer Kunden überhaupt kennen. An der Umfrage beteiligten sich über 500 Brachenvertreter, darunter Asset Manager, ihre Kunden, Regulatoren und Berater.

Nicht richtig vom Fleck gekommen

Um die schwindende Bedeutung des Private Bankings und des Investmentbankings auszugleichen, will der Schweizer Bankenverband das Asset Management stärken. Das 2012 gestartete Projekt, die Schweiz zu einem der weltweit bedeutendsten Standorte für das Fondsgeschäft und die Verwaltung von Geldern von institutionellen Kunden wie Versicherungen oder Pensionskassen zu machen, ist bisher aber nicht richtig vom Fleck gekommen.

Das Geschäft wird zunehmend von US-Unternehmen wie Blackrock oder State Street dominiert. Der grösste Schweizer Anbieter, die UBS, schafft es nicht unter die ersten zehn.

Es fehlt ein Alleinstellungsmerkmal

Der Studie zufolge fehlt dem Standort Schweiz ein Alleinstellungsmerkmal. Luxemburg oder Irland hätten sich auf Fonds-Administration und London auf Produkte selbst konzentriert. Die Schweizer Anbieter kämpften zudem mit Hürden beim internationalen Marktzugang.

Die Autoren empfehlen den hiesigen Vermögensverwaltern, mehr auf die Entwicklung von neuen Anlagelösungen zu setzen. Als positives Beispiel nannten sie die Zertifikate-Plattform Deritrade von Vontobel.

(reuters/gku)

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