Mit der Öffnung des Iran wittert die Schweizer Finanzindustrie gute Geschäfte in dem Land. Derzeit sind in den Ländern China, Indien, Japan und Südkorea umgerechnet rund 100 Milliarden Franken des Iran parkiert.

Das iranische Vermögen wird voraussichtlich im ersten Quartal 2016 frei. Dann ist laut Branchenkennern auch mit einer Intensivierung der Bankgeschäfte von Schweizer Instituten mit der Islamischen Republik zu rechnen. «Einen signifikanten Teil der 100 Milliarden wird das Regime ins Land zurückholen und investieren», sagt Barthélemy Helg von der Investmentfirma ACL.

Grossbanken warten Sanktionsende ab

Für den anderen Teil braucht es Banken und Vermögensverwalter, die mit den iranischen Finanzinstituten und den internationalen Vereinbarungen vertraut sind. Bis die Sanktionen der Schweiz weitgehend aufgehoben sein werden, sind die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der grösste Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär noch vorsichtig.

UBS und Julius Bär wollen erst zum gegebenen Zeitpunkt den Wiedereinstig ins Iran-Geschäft prüfen. Die Credit Suisse beschränkt sich aktuell darauf, «als weltweit tätige Bank die nationalen und internationalen Sanktionsprogramme einzuhalten». Bisher machten gemäss Recherchen der «Handelszeitung» in der Schweiz nur drei Banken in Genf Finanzierungen für den Iran zu humanitären Zwecken: Die Banque de Commerce et de Placements, Banque Heritage und die Hinduja Bank.

Neue Regeln seit Mitte Juli

Nach der Unterzeichnung des Nuklear-Agreements von Mitte Juli werden  Finanzierungsgeschäfte ohne Dollar und ohne US-Unternehmen für Industriegüter und den Rohstoffhandel in einigen Monaten wieder möglich, aber auch Finanzdienstleistungen für institutionelle und Privatanleger.

Lesen Sie dies und mehr in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Anzeige