Die Geschäftszahlen der Schweizer Banken für das Jahr 2013 fallen äussert positiv aus. Damit schliessen sie sich den Erfolgen der amerikanischen Konkurrenz an. In Sachen Finanzaufsicht sind die USA aber weiter als die Schweiz.

Die US-amerikanischen Banken haben sich von der Krise erholt. Die Bank of America konnte im vergangenen Jahr ihren Überschuss auf 11,4 Milliarden Dollar fast verdreifachen. Die Konkurrenten JP Morgan und Goldman Sachs schreiben ebenfalls satte Gewinne.

Nur bei Julius Bär schrumpft der Gewinn

Auch die Schweizer Geldinstitute spüren einen Aufwärtstrend. Sie wickeln ihre Verbindlichkeiten aus den Libor-Manipulationen und dem Steuerstreit mit den USA langsam ab und schreiben wieder Gewinne.

Für das Jahr 2013 weist die grösste Schweizer Bank UBS ein Konzernergebnis von 3,17 Milliarden Franken aus. Im Vorjahr waren es noch 2,48 Milliarden Franken Verlust gewesen.

Auch die zweite Grossbank Credit Suisse hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Ihr Gewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Drittel auf 2,33 Milliarden Franken.

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Die dritte systemrelevante Finanzinstitution der Schweiz, die ZKB, steigerte ihren Jahresgewinn für das Jahr 2013 um 7,2 Prozent auf 797 Millionen Franken. Dazu erreichte die drittgrösste Bank der Schweiz, die Raiffeisen, einen Rekordgewinn und knackte zum ersten Mal die Milliardengrenze.

Einzig bei Julius Bär ist der Gewinn aufgrund von Übernahmekosten und dem US-Steuerstreit im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 188 Millionen Franken geschrumpft.

Schärfere Regeln in der Zukunft

Während sich die Schweizer Banken von der Krise erholen, richtet der Bund den Blick auf künftige Gefahren und will die Banken mit strengeren Regeln sicherer machen. Bereits im Januar setzte er durch, dass die kurzfristige Liquiditätsquote («Liquidity Coverage Ratio») gemäss den internationalen Standards von «Basel III» erfüllt werden muss. Diese soll Geldinstitute besser vor Liquiditätsschocks schützen und tritt ab kommendem Jahr zunächst für die systemrelevanten Banken - also UBS, Credit Suisse und neu auch ZKB - in Kraft.

Ausserdem überarbeitet die Eidgenössische Finanzaufsicht (Finma) die Anforderungen bezüglich der ungewichteten Kapitalquote («Leverage Ratio») auf nationaler Ebene. Die Rate gibt den Banken vor, wie viel Eigenkapital sie im Verhältnis zu ihrer Bilanzsumme und einigen darüber hinausgehenden Positionen halten müssen. Gemäss der bisherigen Regulierung sind Grossbanken ab 2019 zu einer Leverage Ratio von 4,2 Prozent verpflichtet.

Damit liegt der Wert weit unterhalb dem in den Vereinigten Staaten. Nach den neusten Vorschriften der Fed, die am Dienstag angekündigt wurden, müssen US-Bankkonzerne und ihre Tochtergesellschaften bis 2018 eine Leverage Ratio von 5 beziehungsweise 6 Prozent vorweisen. Dazu müssen die acht grössten Banken des Landes ihr Kapitalpolster um 68 Milliarden Dollar erhöhen.

Die strengen Massnahmen der US-amerikanischen Regierung scheinen Früchte zu tragen. Zuletzt hat eine Prüfung der Krisenresistenz durch die Notenbank Fed von den 30 grössten Banken nur ein kleineres Institut nicht bestanden.

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(sda/chb)