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Schweizer Banken machen es Sparern schwierig

Am Bankschalter: Sparen lohnt sich immer weniger. Keystone

Niedrige Zinsen und hohe Gebühren für Konten sind für Sparer unerfreulich. Neue Zahlen zeigen, wie stark die Preiserhöhungen ausgefallen sind. Der Preisüberwacher sieht Handlungsbedarf.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Die Lage der Sparer ist höchst unerfreulich. Die Zinsen auf dem Sparkonto sinken gegen null. Und gleichzeitig werden die Kontogebühren immer teurer. Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen erstmals, wie stark diese Preiserhöhungen ausgefallen sind.

Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, sind die Bankgebühren seit dem Jahr 2000 um 81 Prozent gestiegen. Die allgemeine Teuerung erreichte in der gleichen Periode lediglich 8 Prozent. Vor allem in den letzten vier Jahren kam es gemäss den Daten des Bundes zu einem deutlichen Preisschub.

Unzufriedene Kunden

Beim Bankenombudsmann haben diese Aufschläge zu einem starken Anstieg der Beanstandungen geführt. «Die Unzufriedenheit der Kunden aufgrund der Gebühren hat zugenommen», erklärt Marco Franchetti, «vor allem bei der Transparenz braucht es Verbesserungen.»

Preisänderungen ohne Vorankündigung seien unzulässig, kritisiert der Bankenombudsmann eine verbreitete Praxis der Finanzinstitute. So genüge es nicht, wenn ein Aufschlag lediglich im Internet kommuniziert werde.

Preisüberwacher: Unlauterer Wettbewerb

Der Preisüberwacher hat aufgrund von Reklamationen zahlreicher Konsumenten die gestiegenen Tarife bei der Saldierung von Konten und Depots ins Visier genommen: «Wir erachten solche Gebühren als höchst problematisch, denn sie behindern die Kunden bei der freien Auswahl ihrer Bank.»

Der Preisüberwacher ist überzeugt, dass diese Gebühren die Konkurrenz einschränken und deshalb das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb missachten. Aus diesem Grund hat er beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) den Antrag gestellt, deren Rechtmässigkeit zu prüfen. Der Entscheid des Seco wird in den kommenden Monaten erwartet.

(gku)

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