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Schweizer Banken machen keine Geschäfte mehr mit dem Iran

Die iranische Flagge ist bei Schweizer Banken zurzeit wenig beliebt. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Banken haben laut einem Medienbericht alle Finanztransfers in den Iran und aus dem Iran eingestellt. Etliche Exporteure stellt das vor ein Problem - vor allem aus der Pharmabranche.

Veröffentlicht am 01.02.2013

Den Zahlungsverkehr mit dem Iran haben die Schweizer Banken auf Eis gelegt - das berichtet Radio SRF. «Die Banken machen, um kein Risiko einzugehen, irgendwelche Sanktionen zu verletzen, keine Geschäfte mit Bezug zum Iran mehr», sagte eine Sprecherin der Schweizerischen Bankiervereinigung dem Sender.

Grund für den Entscheid sind laut Radio SRF internationale Sanktionen und Furcht vor neuem Druck aus den USA: Wegen des iranischen Nuklearprogramms hatte die EU im Januar und März 2012 die Sanktionen gegen das Land verschärft. Die Schweiz übernahm die Anpassungen zu grossen Teilen. Doch gewisse Exporte unterstellte der Bundesrat bloss einer Meldepflicht.

Die Schweizer Banken hingegen wollen sich dem Bericht zufolge in dieser Angelegenheit nicht auch noch den Unmut der USA zuziehen und haben daher nun alle ensprechenden Finanztransfers eingestellt. Zahlreiche Exporteure stellt das vor Probleme, da sie die Zahlungen ihrer iranischen Kunden nicht mehr über das Schweizer Bankensystem abwickeln können.

Pharmabranche will weiter liefern

Betroffen ist vor allem die Pharmabranche, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco gegenüber Radio SRF bestätigte. So handelte es sich bei fast einem Drittel der Exporte, die 2012 bis November im Wert von 417 Millionen Franken aus der Schweiz in den Iran gingen, um Pharmaprodukte.

Das Seco will die Firmen nun unterstützen und den Banken etwa Bestätigungen vorlegen,wenn Produkte nicht unter die Sanktionen fallen. Die Pharmafirmen planen derweil, weiterhin Medikamente in Iran exportieren, wie ihr Verband Interpharma auf Anfrage des Radiosenders erklärte. 

(tno/vst)

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