Nach dem Scheitern des Steuerabkommens mit Deutschland setzen Schweizer Banken deutschen Steuerflüchtlingen das Messer an den Hals. Entweder bringen sie ihre Steuersituation in Ordnung oder sie müssen mit ihrem unversteuerten Geld die Schweiz verlassen, schreibt die Zeitung «Der Sonntag». Die UBS werde ihre Kunden «ermutigen», nicht deklarierte Vermögen durch «freiwillige Offenlegung» zu legalisieren, sagt ein UBS-Sprecher. Bei der Zürcher Kantonalbank tönt es ähnlich: Die Bank besteht darauf, dass die Kunden «mittelfristig Steuerkonformität» anstreben würden, sagt ein Sprecher.

Am deutlichsten ist die Credit Suisse: «Wir sagen klar, dass wir kein Geschäft mit unversteuerten Vermögen betreiben wollen», sagte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner im «Tages-Anzeiger». Falls die Kunden nicht freiwillig ihre Steuerangelegenheiten in Ordnung bringen, wird die CS «die entsprechenden Konsequenzen» ziehen, drohte er. Wenn Schweizer Banken deutsche Steuerflüchtlinge rauswerfen, dürfte dies den deutschen Staat teuer zu stehen kommen. Ohne Steuerabkommen sind die Schweizer Banken nicht verpflichtet, Kompensationsgelder in Milliardenhöhe für die sogenannten Abschleicher zu zahlen. Ursprünglich hätte das Abgeltungssteuerabkommen mit Deutschland am 1. Januar 2013 in Kraft treten sollen. Es scheiterte am Freitag in der kleinen Kammer des deutschen Parlaments.

(jev)