1. Home
  2. Unternehmen
  3. Schweizer Banker drohen in den USA fünf Jahre Haft

Justiz
Schweizer Banker drohen in den USA fünf Jahre Haft

Aufgelöste Bank Wegelin: Auch hier soll der Banker Konten für US-Kunden eröffnet haben. Keystone

In den USA hat ein weiterer Ex-Banker zugegeben, US-Kunden bei der Steuervermeidung geholfen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen dem Schweizer bis fünf Jahre Haft. Das Urteil soll im Juli fallen.

Veröffentlicht am 01.04.2015

Ein Schweizer Vermögensverwalter hat sich schuldig bekannt, US-Kunden bei der Steuervermeidung in Millionenhöhe geholfen zu haben. Der 53-Jährige deponierte sein Schuldgeständnis am Dienstag beim zuständigen Gericht in Manhattan.

Sein Verteidiger reichte den Antrag ein, das Plädoyer von nicht schuldig auf schuldig zu ändern. Das Gericht nahm den Antrag an, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur sda vorliegen. Dem Schweizer drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Das Urteil wird am 1. Juli erwartet.

«Ich habe einigen meiner US-Kunden dabei geholfen, ihre Steuerverpflichtungen zu umgehen», wurde der Mann von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Er bekenne sich schuldig, weil er schuldig sei.

Arbeitgeber nicht namentlich erwähnt

Laut der Anklageschrift war der Geständige bis 2006 Kundenberater bei einer Zürcher Bank. Danach arbeitete er für eine Anlageberatung. Keiner seiner Arbeitgeber wurde in den Gerichtsunterlagen namentlich erwähnt. Und weder die Staatsanwaltschaft noch der Anwalt des Angeklagten äusserten sich dahingehend.

Laut Anklage war der Schweizer seit 1998 an der Betreuung undeklarierter US-Konten beteiligt, damals war er mit einem Anwalt in Zürich tätig, der sich bereits 2013 schuldig bekannt hatte und in der Folge mit den US-Behörden zusammenarbeitete.

Konten und Scheingesellschaften

Der geständige Banker soll Konten für US-Kunden in mindestens fünf Schweizer Geldhäusern eröffnet haben, darunter bei der Bank Wegelin & Co. Auch soll er dabei geholfen haben, Scheingesellschaften mit Sitz in Liechtenstein einzurichten.

Am Montag hatte sich mit der Tessiner Privatbank BSI die erste Schweizer Bank der Kategorie 2 im Steuerstreit mit den US-Behörden geeinigt. Sie zahlte eine Busse von 211 Millionen Dollar und verpflichtete sich, mit den US-Behörden zusammenzuarbeiten.

Das US-Justizministerium macht seit Jahren Jagd auf Schweizer Banker und Institute, weil US-Bürger auf ihren Konten Milliarden am Fiskus vorbei schleusten.

(awp/gku/moh)

Anzeige