Schweizer Justizbehörden verlangen beim Internetriesen Google vermehrt Informationen über Internetnutzer. In der ersten Jahreshälfte 2014 stieg die Zahl gegenüber der Vorjahresperiode um mehr als die Hälfte auf 124 Anfragen an.

In 68 Prozent der Fälle wurde den Strafverfolgungsbehörden teilweise Einsicht gewährt, wie Google in seinem Transparenz-Bericht schreibt. Am Mittwoch berichtete das Onlineportal des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS) darüber.

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Auch weltweit nahmen die Behördenanfragen zu. Staatliche Stellen in den USA hätten im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel häufiger Auskunft verlangt, hatte Google bereits am Montag mitgeteilt. Seit 2009 hätten sich die Anfragen in den USA sogar um 250 Prozent erhöht, während sie international um 150 Prozent zugenommen hätten.

31'500 Aufforderungen

Allein im zweiten Halbjahr 2013 erhielt der Konzern nach eigenen Angaben mehr als 31'500 Aufforderungen zur Herausgabe von Kundendaten. Davon betroffen gewesen seien rund 48'000 Google-Konten.

Der Transparenzbericht gibt dabei nur die Anfragen von Strafverfolgungsbehörden oder nach entsprechenden richterlichen Beschlüssen wider. Zum sprunghaften Anstieg der Anfragen schrieb Google, sie spiegelten die Benutzerzunahme bei den Google-Diensten.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) konnte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda keine Angaben zu den Gesuchen machen. Man führe keine Statistiken darüber, erklärte BA-Sprecherin Jeannette Balmer. Sie wies darauf hin, dass Anfragen sowohl von den Strafverfolgungsbehörden des Bundes wie auch von jenen der Kantone gemacht werden können.

Damit die Schweizer Behörden persönliche Daten von Verdächtigen bei ausländischen Diensten erhalten könnten, müsse in einem ordentlichen Rechtshilfeersuchen um eine solche Massnahme ersucht werden, erklärte Balmer weiter. Die Gesuche würden anschliessend vom Bundesamt für Justiz übermittelt.

(sda/chb)