Die Schweizer Börse ist am Dienstag bei anziehenden Umsätzen kräftig ins Minus gerutscht. Unter Druck standen vor allem die Pharmawerte. Aber auch die Anteile von zyklischen Firmen gerieten in den Abwärtssog. «Die Stimmung hat sich weiter verschlechtert», sagte ein Händler. Die Anleger seien wegen der verschobenen Zinswende in den USA verunsichert.

Getrübt wurde die Stimmung auch vom VW-Abgasskandal, den rückläufigen Schweizer Exporten und dem wieder stärkeren Franken. Der SMI büsste im stärksten Rückgang seit rund einem Monat 2,7 Prozent auf 8544 Punkte ein. Kein einziger Titel ist im Plus.

Clinton kratzt auch an Novartis und Roche

Eine Kampfansage von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton an überhöhte Medikamentenpreise belastete die Pharmatitel Novartis und Roche. Die Index-Schwergewichte sanken um 3,6 und 2,9 Prozent und waren damit zu einem guten Teil für den SMI-Rückgang verantwortlich. Biotech-Wert Actelion büsste 2,6 Prozent ein. Titel aus dem Gesundheitssektor standen europaweit unter Abgabedruck – der Branchenindex fiel um 3,2 Prozent.

Clinton hatte am Vortag einen Plan gegen «Wucher» im Arzneimittelsektor angekündigt. Dieser sehe unter anderem vor, dass die Kosten für die direkte Verbraucherwerbung nicht mehr als Kosten als Geschäftsaufwendung geltend gemacht werden können.

Autozulieferer unter Druck

Der Abgasskandal des deutschen Volkswagen-Konzerns drückte die Anteile von Autozulieferern wie Autoneum, Feintool und Georg Fischer ins Minus.

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Stark unter Abgabedruck standen die Anteile der Uhrenproduzenten Swatch und Richemont mit Einbussen von 2,9 und zwei Prozent. Die Uhrenexporte sind im August real um 4,1 Prozent gesunken.

Daumen über Zurich gesenkt

Die ABB-Aktien fielen um 2,3 Prozent. JPMorgan hat die Empfehlung für den Elektrotechnikkonzern auf «Underweight» von «Neutral» zurückgenommen. Die Anteile des Zementherstellers LafargeHolcim sackten 3,8 Prozent ab.

Kursverluste von 2,5 Prozent und mehr verzeichneten auch Finanzwerte wie Credit Suisse, UBS, Swiss Re und Zurich. Deutsche Bank und Vontobel senkten nach der Gewinnwarnung von Zurich am Vortag das Kursziel für den Versicherer.

Sunrise steigt

Am breiten Markt fielen die Sunrise-Aktien mit 0,9 Prozent Kursanstieg auf. Ein Sparprogramm und die Aussicht auf eine hohe Dividendenrendite machten den Anleger die Aktien des Telekomkonzerns schmackhaft.

(reuters/ise)