Der Schweizer Börsenbetreiber SIX will mit der Übernahme des österreichischen Bezahlsystem-Anbieters Pay Life sein Osteuropa-Geschäft ausbauen. Im Visier habe das Unternehmen dabei vor allem die Märkte in Polen und Ungarn, sagte SIX-Vorstandsmitglied Niklaus Santschi am Freitag auf einer Pressekonferenz. «Wir sehen Österreich als Brückenkopf für den osteuropäischen Markt.» Dabei wolle das Unternehmen auch weiterhin über Zukäufe wachsen.

SIX kauft den Bezahl-Systemanbieter von österreichischen Banken. Die Institute - darunter Erste Group, Bawag, RZB und die UniCredit -Tochter Bank Austria - sahen das Unternehmen nicht mehr als Kerngeschäft. Einem Bericht zufolge erhalten sie insgesamt knapp 100 Millionen Euro oder umgerechnet rund 125 Millionen Franken. SIX wollte diese Zahl nicht kommentieren. Die Übernahme war zunächst auf Widerstand der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB gestossen, unter Auflagen dann aber doch genehmigt worden.

Neue Tochter wird integriert

SIX will die neue Tochter nun in seine Zahlungsverkehrssparte Payment Services integrieren. Deren Bruttoumsatz steigt mit Hilfe des Zukaufs um dreißig Prozent auf 900 Millionen Franken, wie Santschi sagte. Mittelfristig solle der Umsatz auf rund eine Milliarde Franken anwachsen - auch über Zukäufe. «Wir peilen auch weitere Akquisitionen in anderen Märkten an», sagte Santschi. SIX wurde bei der Übernahme von Lazard beraten, die Banken von der Bank Austria und der Erste Group.

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(reuters/se)