Die Schweizer Casinobranche leidet unter der Online-Konkurrenz. Zum achten Mal hintereinander verzeichnen die hiesigen Glücksspielinstitute einen Umsatzrückgang, wie es in einem Communiqué vom Dienstag heisst.

Von den zehn grössten Häusern haben gerade einmal drei ihre Zahlen im letzten Jahr verbessern können. Das Casino in Montreux – gemessen am Spielertrag das grösste Haus des Landes – machte knapp 2 Prozent mehr Umsatz. Das Zürcher Casino, die Nummer zwei der Schweiz, erzielte ein Plus von fünf Prozent. Und das Berner Haus, immerhin das siebtgrösste, verzeichnet ein kleines Plus von wenig mehr als 1 Prozent.

Ausländer stehlen das Geschäft

Die anderen Top-Häuser verlieren. Den grössten Rückschlag musste Lugano hinnehmen: Hier sank der Bruttospielertrag um ein Viertel. Ähnlich düster sieht das Bild in Mendrisio und Basel aus, wo der Umsatz um 12 und 8 Prozent einbrach.

Die Casinos an der Grenze verlieren also deutlich. Entsprechend hat der Lobby-Verband unter Federführung von CVP-Präsident Christophe Darbellay einen Sündenbock gefunden: Ausländische Casino-Betreiber, «illegale» Spielclubs und neue Spielhallen im grenznahen Ausland haben die Branche in die Misere gestürzt, so der Tenor.

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Riesiges Minus seit 2007

Wie tief das Umsatzloch ist, zeigen die Zahlen: Seit 2007 sinken die Umsätze kontinuierlich, mittlerweile liegt der Bruttospielertrag aller Häuser bei unter 700 Millionen Franken. Vor acht Jahren waren es noch rund eine Milliarde Franken.

Um das Blatt wieder zu wenden, soll Bern aktiv werden. Dabei geht es auch um die an die AHV und Kantone geleisteten Abgaben, denn diese seien in den letzten acht Jahren um 40 Prozent gesunken, wie der Casinoverband warnend schreibt.

Drei Forderungen

Die Parlamentarier sollen deshalb wieder «wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen» schaffen. Das bedeutet: Der Zugang zu den illegalen Online-Geldspielen ausländischer Anbieter soll gesperrt werden. Und kommerzielle, private Pokerlokale sollen nicht erlaubt werden.

Der Verband fordert überdies, dass die Casinos auch Geschicklichkeitsspiele durchführen sowie Sportwetten und Lotterieprodukte von Swisslos und der Loterie Romande verkaufen dürfen – «wie es Kioske und Bistros schon lange tun».

(ise)