Der Schweizer Aussenhandel war im August in beiden Verkehrsrichtungen stark rückläufig. Da der Berichtsmonat einen Arbeitstag mehr umfasst als der Vorjahres-August, trübt sich das Bild arbeitstagbereinigt zusätzlich ein. Weil die Importe dabei noch stärker abnahmen als die Exporte, stieg in der Handelsbilanz der Überschuss deutlich.

Wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte, sanken im August die Ausfuhren um 2,1 Prozent auf 14,23  Milliarden Franken, das sind real minus 4,5 Prozent. Um den «fehlenden» Arbeitstag bereinigt sackten die Exporte gar um 6,0 Prozent ab, resp. um 8,3 Prozent (real).

Drastischer Einbruch bei den Importen

Die Einfuhren gingen derweil um 16,4 Prozent auf 11,36  Milliarden Franken oder real minus 7,4 Prozent zurück, arbeitstagbereinigt waren es minus 19,6 Prozent/minus 11,0 Prozent. In der Handelsbilanz resultierte somit ein Überschuss von 2,87  Milliarden Franken oder plus 84 Prozent.

In beiden Handelsrichtungen sanken die Preise - importseitig sogar um deutliche 9,7 Prozent. Die Warenpreise der exportierten Güter ging um 2,4 Prozent zurück.

Uhrenexporte sinken leicht

Die Uhrenexporte sind im August zurückgegangen. Das Exportvolumen sank gegenüber dem Vorjahr nominal um 1,6 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken, während real ein Minus von 4,1 Prozent resultierte. In den ersten acht Monaten des Jahres belief sich der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte nominal auf 1,2 Prozent  auf 13,96 Milliarden Franken, real ergab sich ein Minus von 1,1 Prozent.

Mit Ausnahme der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sanken nichtarbeitstagbereinigt die Umsätze aller wichtigen Exportbranchen, so die EZV weiter. Neben der Bijouterie- und Juwelierwaren (minus 11 Prozent) seien auch die Lieferungen der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie deutlich gesunken (minus 7 Prozent).

Frankreich belastet

Namentlich Frankreich habe für die Hälfte des Exportrückgangs verantwortlich gezeichnet, heisst es weiter. Die Ausfuhren in unser westliches Nachbarland hätten sich um 28 Prozent zurückgebildet. Auch der Absatz in Irland (minus 64 Prozent) und Österreich (minus 34 Prozent) sei deutlich gesunken. Insgesamt verringerten sich die Verkäufe nach Europa um 8 Prozent und nach der Europäischen Union um 9 Prozent.

Abgesehen von Latein- (plus 8 Prozent) und Nordamerika (plus 6 Prozent; USA: plus 5 Prozent) bildeten sich die Exporte nach allen Kontinenten zurück. In zweistelliger Höhe sanken dabei die Ausfuhren nach Afrika (minus 25 Prozent) und Ozeanien (minus 15 Prozent). Bei der Exportentwicklung nach Asien (minus 2 Prozent) standen einem markanten Minus in China (minus 29 Prozent) ein ausgeprägtes Plus in Saudi-Arabien (plus 34 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (plus 29 Prozent) gegenüber.

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(awp/dbe/ama)