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Öffentlicher Verkehr
Schweizer Fernbus-Markt: Auf der sicheren Spur

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Fernbusse: Mehr Wettbwerb in der SchweizQuelle: Keystone

Eurobus schluckt Domo Swiss Express. Das ist gut so: Es nützt den Schweizer Fernbussen – und den Passagieren hoffentlich auch.

Kommentar  
Von Andreas Güntert
am 12.04.2018

Noch ist kein einziger Schweizer Fernbus auf helvetischer Erde losgefahren. Aber das neue Kapitel im öffentlichen Verkehr ist schon reich an Serpentinen: Die überraschend schnelle Konzessionserteilung für Domo Swiss Express. Die Einreichung eines Konzessionsgesuchs des Rivalen Eurobus. Dann die Verschiebung des Starts von Domo Swiss Express auf Juni. Und jetzt das: Der Schweizer Bus-Gigant Eurobus übernimmt die Mehrheit der Domo Swiss Express.

Preiskrieg im Fernbusmarkt

Fast fühlt man sich an die Entwicklung in Deutschland erinnert, wo Branchenpionier Flixbus eine unglaubliche Übernahme-Spur hinlegte. Als die Fernbus-Liberalisierung 2013 im Nachbarland einsetzte, machte sich ein buntgeschecktes Feld von Unternehmen an den Start. Drei Jahre später hatte sie Flixbus fast alle ausgebremst, im Preiskrieg überfahren oder geschluckt. Heute regiert das Maigrün des Branchenführers. In der Fernbus-Szene scheinen die Mechanismen von Preiskampf und Marktgrösse besonders stark zu spielen. Und in der Schweiz geht die Schleckerei sogar schon vor dem Start los. 

Aber Jammern darüber, dass kurz vor dem Start von Domo Swiss Express ein Schweizer Bus-Gigant einsteigt, ist fehl am Platz. Ganz im Gegenteil: Es hilft der Sache, dass sich ein erfahrenes und renommiertes Unternehmen in diesem neuen Markt engagiert. Hätte die kleine Domo in den Anfängen des Schweizer Fernbus-Wesens irgendwelche Probleme eingefahren, wäre das negativ gewesen für das junge Pflänzchen Schweizer Fernbus. Mit dem Einstieg von Eurobus verringert sich die Gefahr von Pleiten, Pech und Pannen. Das neue Vorhaben kann so auf sicherer Spur starten. Das ist wichtig. Denn das System Schweizer Fernbus muss schnell beweisen, dass es ein Bedürfnis abdeckt, reibungsfrei funktioniert, und den hohen Anforderungen des Schweizer ÖV gerecht wird. Und am allerwichtigsten: Dass es Mehrwert bietet für die Passagiere. 

 

 

 

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