Das Schweizer Fernsehen (SRF) hat als erster TV-Sender die Zuschauerzahlen vom ersten Vierteljahr 2013 veröffentlicht. Weil es Probleme gegeben hatte mit dem neuen Messsystem von Mediapulse, waren im ersten Quartal keine Daten zu den Zuschauerzahlen bekanntgegeben worden.

Einzelne Anbieter hatten moniert, die sie betreffenden Daten seien deutlich schlechter als die mit dem alten System erhobenen. Im Debakel um die Erhebung der TV-Zuschauerzahlen hatte das mit der Erhebung betraute Unternehmen Mediapulse international anerkannte Experten damit beauftragt, das seit Anfang Jahr angewandte neue System unter die Lupe zu nehmen.

Mehr als 20 Fachleute aus dem gesamten Kundenkreis sowie des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) konnten die beiden Berichte einsehen und sich dazu äussern. Erst dann informierte Mediapulse die Öffentlichkeit über die wichtigsten Ergebnisse.

Entlastung durch Expertenberichte

Die Berichte gaben dem Unternehmen grünes Licht für die Freigabe der Daten. Sie bestätigen, das neue Fernsehpanel bilde eine «stichhaltige und valide Basis» für die Erhebung des Fernsehverhalten der Bevölkerung - auch auf lokaler Ebene. Das Panel weise keinerlei relevanten Mängel auf.

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Ende letzter Woche erliess aber das Obergericht Obwalden eine superprovisorische Verfügung. Demnach darf Mediapulse die erhobenen Zuschauerzahlen vorderhand nicht publizieren und nicht an Werbeagenturen abgeben. Die Verfügung ist noch immer gültig.

Nach Rücksprache mit dem zuständigen Richter beschloss der Mediapulse-Verwaltungsrat aber, die Daten immerhin den TV-Sendern und Vermarktern «zur zweckdienlichen Nutzung» zur Verfügung zu stellen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schrieb.

SRF veröffentlichte nun die sie betreffenden Zahlen. Dies stelle keine Verletzung der superprovisorischen Verfügung dar, sagte Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Verfügung richte sich einzig gegen Mediapulse. Wenn die TV-Sender die Daten publizierten, dann sei das ihre eigene Entscheidung.

Quotenstar Lauberhornrennen

Die SRF-Sender insgesamt erreichten demnach einen Marktanteil von 31,1 Prozent im 24-Stunden-Durchschnitt der Monate Januar bis und mit März. Am Hauptabend lag der Marktanteil bei 39,1 Prozent.

SRF1 erreichte 31,1 Prozent am Hauptabend und 20,1 Prozent am ganzen Tag. Für SRF2 waren es 6,6 beziehungsweise 9,2 Prozent und für SRF info 1,4 und 1,8 Prozent.

Die Zahlen, die vor einem Jahr mit dem alten Messsystem erhoben worden waren, sind beinahe gleich: Alle drei SFR-Sender erreichten 39,5 Prozent am Hauptabend, 30,1 im 24-Stunden-Schnitt. Für SRF1 waren es 31,7 und 20,8 Prozent, für SRF2 6,6 und 7,8 Prozent, für SRF info 1,1 und 1,5 Prozent.

Absoluter Quotenstar war das Lauberhornrennen am 19. Januar mit einem Marktanteil von 78,1 Prozent. Die vier Folgen der neuen SRF-eigenen Krimiserie «Der Bestatter» kamen durchschnittlich auf stolze 41,6 Prozent. SRF hat kürzlich eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.

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(tno/sda)