In der kleinen Werkstatt von Schlebach an der Riehentorstrasse in Basel herrschte vor sechs Jahren eitel Freude: Der Trommelbauer hatte eben einen ganz besonderen Prestigeauftrag gewonnen. Er durfte vier Trommeln für das Spiel der Schweizergarde fertigen. Die in Handarbeit gebauten Instrumente gefielen den Wächtern des Papstes so gut, dass sie später nochmals vier orderten. «Und seither lieferten wir nochmals drei weitere», freut sich Schlebach-Verwaltungsrat Peter Ammann.

Die Fertigung der Trommeln aus Buchenholz und Oryx-Fell mit 41 Zentimeter Durchmesser dauert rund einen halben Tag. «Wenn alle Teile da sind, geht es relativ schnell», erklärt Ammann. Ein Instrument kostet rund 2500 Franken. Wichtiger für das kleine Schweizer Unternehmen als der Zusatzumsatz war denn auch die Imagewirkung. «Wir hatten damals sehr viel Aufmerksamkeit», so Ammann.

Spezielle Bemalung

Die Exemplare für den Papst wurden noch mit den Insignien von Benedikt XVI. bemalt. Jeder Pontifex wählt ja sein eigenes Wappen. Und das genau kann Schlebach nun auch erneut freuen – denn die Schweizergarde wird künftig nicht mit Benedikts Wappen herumlaufen.

In Basel ist man sich deshalb bereits sicher, einen neuen Auftrag aus dem Vatikan zu bekommen. «Ob wir die alten Trommeln übermalen oder neue fertigen, ist derzeit noch nicht klar», sagt Firmenpatron Ammann. Aber man sei bereits im Gespräch mit der Schweizergarde.

Auftritt in ein paar Wochen

Bei der heutigen Amtseinführung von Papst Franziskus spielten die Trommeln noch keine Rolle. Ihren ersten Auftritt werden sie bei der Vereidigung der Garde am 6. Mai haben.

(se/vst)

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