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Schweizer Firmen lobbyieren mit Millionen in Brüssel

EU-Flaggen in Brüssel: Schweizer Firmen lassen sich Einflussnahme etwas kosten.   Keystone

Im Jahr geben Schweizer Firmen über 15 Millionen Franken aus, um ihre Interessen in Brüssel zu befördern. Das grosse Engagement hat mit der vermehrten Übernahme von EU Recht durch die Schweiz zu tun.

Veröffentlicht am 01.02.2015

Schweizer Firmen geben über 15 Millionen Euro pro Jahr aus, um direkt in Brüssel für die Vertretung ihrer Interessen zu kämpfen. Dies zeigt die erstmalige vollständige Auswertung des Transparenz-Registers der EU, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Firmen wie Philipp Morris mit Sitz in Lausanne sowie Syngenta investieren über eine Million für Lobbying-Aktivitäten. Auch die Pharmakonzerne und Grossbanken greifen tief in die Tasche.

Neue Transparenz in der EU

Zu den Ausgaben der einzelnen Firmen kommt das Engagement der Branchenverbände und anderer Organisationen, das nochmals mindestens zwei Millionen Euro ausmacht. So deklariert etwa der Swiss Finance Council, eine Lobbyorganisation von UBS und Credit Suisse in Brüssel, ein Budget von über einer Million pro Jahr.

Dank neuen Transparenzvorschriften in der EU ist seit einigen Wochen auch ersichtlich, wer bei wem lobbyiert. So haben Vertreter von Schweizer Banken und Versicherungen in den letzten Wochen mehrmals direkt bei Finanzmarktkommissar Jonathan Hill oder seinen Mitarbeitern vorgesprochen, um über offene Fragen der anstehenden Finanzmarktregulation zu diskutieren.

Vorschriften in der Schweiz kommen aus Europa

Norina Frey, Partnerin der PR-Agentur Furrer Hugi in Brüssel, erklärt dieses Engagement auch damit, dass die Schweiz immer mehr EU-Recht übernimmt. «Die grosse Mehrheit der Vorschriften in der Schweiz hat ihren Ursprung in der EU», sagt sie.

(gku)

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