Die Schweizer Unternehmen kritisieren die Äusserungen des Axpo-Chefs über bevorstehende höhere Strompreise. «Die Ankündigung kommt vorschnell», kritisiert Frank Ruepp, Präsident der Interessen­gemeinschaft Energieintensiver Branchen. Kritik kommt auch von der Gruppe Grosser Stromkunden, zu der Firmen wie ABB, Migros oder Swisscom gehören. «Es ist nicht haltbar, als Folge das Unfalls in Japan von Preiserhöhungen zu sprechen», sagt ihr Vertreter Walter Müller.

Der Trend zu einem längerfristig höheren Strompreis existiere zwar. Dies aber nur, weil die Nachfrage steige, nicht wegen der Situa­tion in Japan. In den letzten Jahren seien hocheffiziente Gaskombi-Kraftwerke entstanden, die das Abschalten von Atomkraftwerken kompensieren könnten. Zudem würden sie erst noch günstiger produzieren als ältere Anlagen.

Die Interessengemeinschaft Energie­intensiver Branchen plädiert vor allem für das Forcieren von Wasserkraft. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien, etwa Wind und Wasser, befürchtet Präsident Ruepp, der auch der Papiergruppe Perlen vorsteht, höhere Preise für die Netznutzung und Abgaben. Der Kampf gegen höhere Strompreise kommt nicht von ungefähr. Die Grossverbraucher mussten in den letzten Jahren verschiedentlich Preiserhöhungen akzeptieren.

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Alpiq-Verwaltungsrat Hans Schweickardt warnt derweil davor, bereits bis 2030 aus der Atomenergie auszusteigen, wie das SP-Präsident Christian Levrat fordert. «Können in dieser Zeit keine Gaskraftwerke und Stromleitungen gebaut werden, wird der Industriestandort Schweiz umgepflügt», sagt er. Firmen müssten abwandern.        

(bv/mju)