1. Home
  2. Unternehmen
  3. Schweizer Firmenchefs haben an Euphorie verloren

Studie
Schweizer Firmenchefs haben an Euphorie verloren

PWC-Chef Dennis Nally: Unterschiedliche konjunkturelle Einschätzungen. Keystone

Die Schweizer Chefs sind vorsichtiger als diejenigen im restlichen Europa. Sie setzen auf neue strategische Allianzen und Kosteneinsparungen.

Veröffentlicht am 20.01.2015

Die Schweizer Firmenchefs zeigen sich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums (Wef) zwar immer noch optimistisch für die Zukunft ihrer Unternehmen, doch geben sie sich vorsichtiger als ein Jahr zuvor. Zudem sind ihre internationalen Kollegen dieses Mal etwa gleich zuversichtlich.

79 Prozent und damit ein Grossteil der Befragten schätzt die Wachstumschancen für die nächsten zwölf Monate sehr zuversichtlich oder zuversichtlich ein, heisst es in einer im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums publizierten Studie des Beratungsunternehmens PWC.

Auch Russen nicht mehr optimistisch

Die euphorischen Chefs, also jene, die sehr zuversichtlich sind, machen 24 Prozent aus. im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 42 Prozent. Weltweit gaben 39 Prozent der Firmenchefs an, sehr zuversichtlich zu sein, gleich viele wie im Vorjahr.

Während Firmenchefs in Indien oder auch Mexiko in der kurzen Frist zuversichtlich sind, zeigten sich die Franzosen, Italiener oder auch die Russen pessimistischer. PWC-Chef Dennis M. Nally führt dies auf die unterschiedlichen konjunkturellen Einschätzungen und Rahmenbedingungen zurück, wie er vor Journalisten in Davos ausführte. Russische Chefs beispielsweise zählten im Vorjahr noch zu den Optimisten.

Schweizer vorsichtiger

«Die Schweizer Chefs sind vorsichtiger als diejenigen im restlichen Europa», sagt Urs Honegger, Chef von PWC Schweiz gemäss Mitteilung. «Um ihr Unternehmen zu stärken, setzen sie auf neue strategische Allianzen und Joint Ventures, Kosteneinsparungen oder einen Zusammenschluss mit anderen Unternehmen.»

Doch einen Stellenabbau planen die meisten nicht, ganz im Gegenteil: Die Hälfte der Chefs in der Schweiz (und weltweit) wollen ihre Personalbestände ausbauen. Nur 14 Prozent gaben in der Schweiz an, in den nächsten 12 Monaten Personal abzubauen. Weltweit sind es 21 Prozent.

Talente im Mittelpunkt

Die richtigen Talente zu finden ist für die Schweizer Unternehmenschefs darum zentral. Sie setzten dabei auf diverse Kanäle wie etwa Onlineplattformen und soziale Netzwerke. Den Fachkräftemangel schätzen sie im Gegenzug als eine der grössten Wachstumsbremsen ein. Auch Internetkriminalität und fehlende Datensicherheit zählen zu Bremsfaktoren. Gefahren könnten weiter ausgehen von zu viel Regulierungen.

Gemäss PWC-Chef Nally hat die Angst vor zu viel Regulierungen deutlich zugenommen. 78 Prozent der weltweit Befragten haben entsprechende Befürchtungen geäussert - noch nie waren es mehr. Befürchtet wurden Regulierungen auf den Arbeitsmärkten oder den Finanzmärkten, sagte Nally. Manager in den USA, Grossbritannien oder Deutschland gaben sich besonders skeptisch.

1322 Firmenchefs

Alles in allem lobte Nally die Chefs aber dafür, dass sie den Fokus auf die Zukunft legen. So erachteten sie die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit als zentral.

Für die Studie, die zum 18. Mal erscheint, wurden 1322 Firmenchefs aus 77 Ländern befragt. Die Umfrage wurde im Vorfeld des WEF, im vierten Quartal 2014, durchgeführt.

(sda/tno)

Anzeige