Als die Finmeccanica-Tochter AgustaWestland 2010 mit Indien einen 500-Millionen-Euro-Deal für Helikopter abschliessen konnte, herrschte in Mailand eitel Sonnenschein.

Doch das Geschäft trieb schon ein Jahr später seinen Protagonisten tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Denn der Deal kam nur Dank Mittelsmännern wie den Schweizer Guido Haschke zustande, die in Indien das Portemonnaie zückten und Millionen bis in höchste Ebenen - auch zum Flugwaffenchef - verteilten.

Geständnis liefert Ex-CEO ans Messer

Haschke hat gegenüber den italienischen Staatsanwälten gestanden und kam mit 22 Monaten Gefängnis davon. Nicht so günstig sieht es für Ex-Finmeccanica-CEO Giuseppe Orsi und AgustaWestland-Chef Bruno Spagnolini aus: Ersteren wollen die Ankläger für sechs Jahre hinter Gittern sehen, letzterer soll fünf Jahre sitzen. Beide bestreiten jegliche Schuld.

Die Korruptionsaffäre führte auch in Indien zu Ermittlungen durch die Bundespolizei CBI. Die Untersuchung läuft nach wie vor. Gleichzeitig annullierten die Inder das Geschäft und klagten bereits bezahlte Gelder ein, schreibt «The Indian Express».