Der Fleischverarbeiter Bell hat im ersten Halbjahr 2014 Gewinn und Umsatz steigern können. Dafür sind unter anderem gute Resultate in der Schweiz verantwortlich, wo die Firma vom späten Osterwochenende und einem freundlichen Start in die Grillsaison profitierte.

Der Halbjahresgewinn betrug im ersten Semester 27,9 Millionen Franken, was einer Steigerung um 13,6 Prozent gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr entspricht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte zwischen Januar und Ende Juni um 0,6 Prozent auf 1,28 Milliarden Franken zu. In einem Marktumfeld, das das Unternehmen als schwierig und rückläufig bezeichnet, sieht sich Bell auf «gutem Weg».

Schweiz kauft Bell-Produkte im Wert von 917 Millionen

In der Schweiz, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt, setzte Bell Fleischwaren im Wert von 917 Millionen Franken ab. Das entspricht einer Zunahme von 2,6 Prozent, obwohl mengenmässig weniger Tonnen Waren verkauft wurden. Im höheren Umsatz spiegeln sich aber auch gestiegene Rohstoffpreise und eine Preiserhöhung vom Juli 2013.

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Zufrieden zeigt sich die mehrheitlich von Coop beherrschte Bell vor allem mit dem zweiten Geschäftsquartal, in das Ostern sowie auch der Start der Grillsaison fielen. Das erste Quartal sei dagegen unter den Erwartungen geblieben. Für das Gesamtjahr erwartet Bell ein besseres Ergebnis als im Vorjahr.

Keine Neuigkeiten zum Kartellfall

Nichts neues verkündet das Unternehmen zum sogenannten «Wurstkartell»-Fall in Deutschland. Die deutschen Wettbewerbsbehörden werfen Bell und 20 weiteren Unternehmen vor, sich jahrelang über Preisspannen für Roh-, Brüh- und Kochwurst sowie Schinken abgestimmt und beim Detailhandel so höhere Preise durchgesetzt zu haben. Insgesamt sprach die Behörde Bussen von rund 338 Millionen Euro aus.

Bell trifft es mit einer Busse von rund 100 Millionen Euro besonders hat. Die Firma kündigte aber bereits im Juli an, gegen den Bescheid Einspruch einlegen zu wollen - dieses Vorgehen bestätigt Bell. Die Vorwürfe gegen Bell stammen aus der Zeit vor Ende 2008 und damit vor dem Kauf der betroffenen deutschen Firmen durch Bell. Die ebenfalls betroffene Nestlé kündigte auch an, Einspruch einlegen zu wollen.

(sda/moh/vst)