Gegen Bernie Ecclestone läuft die nächste Klage: Bernhard Burgener, Chef der Constantin Medien, geht laut der «Financial Times» gerichtlich gegen Ecclestones Formel-1-Unternehmen Formula One Group vor. Der Fall kommt am 28. Oktober vor ein Londoner Gericht und soll sechs Wochen dauern. Dabei geht es um den Verkauf der Formel-1-Rennserie im Jahr 2005.

Constantin Medien macht einen Schaden von mindestens 171 Millionen Dollar geltend. Dieser sei durch die zu niedrige Bewertung des Aktienpaketes mit den Formel-1-Rechten entstanden, das die Bayerische Landesbank 2006 dem Private-Equity-Unternehmen CVC weiterverkauft hatte.

Neubewertung 3,5 Mal höher

Zwar habe Constantin Medien seinen Teil des Verkaufserlöses erhalten, doch wäre diese Summe bei einem höheren Verkaufspreis des Aktienpakets deutlich lukrativer gewesen. Das Paket ging 2006 für 820 Millionen Dollar über den Tisch, ein Jahr später ergab eine Neubewertung durch CVC einen Betrag von 2,8 Milliarden Dollar – rund 3,5 Mal mehr.

Ecclestones rechtliche Probleme wurden immer grösser, nachdem seine Formula One Group und das Private-Equity-Unternehmen CVC Hunderte von Dokumenten über den Verkauf der Formel-1-Rennserie offenlegen mussten. Der 82-Jährige dürfte zusammen mit dem F1-Finanzchef Duncan Llowarch als Zeuge vorgeladen werden.

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Familien-Trust «Bambino»

Die Anwälte der Constantin Medien behaupten, dass es vor dem Verkauf der Bayerischen Landesbank zu keiner seriösen Bewertung des Paktes gekommen sei. Die Unterbewertung sei ein Resultat dessen gewesen, dass Ecclestone und sein Familien-Trust «Bambino» mit einer Zahlung über 44 Millionen Dollar Gerhard Gribkowsky bestochen hatten. Der ehemalige Mitarbeiter der Bayerischen Landesbank wurde vergangenes Jahr wegen Korruption zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Brisant: Die Constantin Medien haben Interesse an einer eigenen Vermarktung der Formel 1. Gegenüber dem «Tagesanzeiger» erklärt Martin Wagner, Vizepräsident beim Constantin-Mutterkonzern Highlight Communication, dass es «in absehbarer Zeit die Möglichkeit dazu geben könnte. Irgendwann wird Bernie ­Ecclestones Imperium neu organisiert werden. Entsprechend gäbe es da einige Vermarktungsmöglichkeiten.»