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Transparenz
Schweizer Konzerne wollen Finanzrisiken offenlegen

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Swiss-Re-CEO Christian MumenthalerKeystone

Grossfirmen wie Swiss Re, UBS und Glencore wollen ihre Finanzrisiken aufgrund des Klimawandels detailliert offenlegen. Sie folgen den Empfehlungen des Finanzstabilitätsrats.

Von Sven Millischer und Seraina Gross
am 13.09.2017

Swiss Re, UBS, Glencore und weitere Schweizer Konzerne wollen ihre finanziellen Risiken offenlegen, die in Folge des Klimawandels drohen. Sie folgen damit den Empfehlungen der Klima-Task-Force des Finanzstabilitätsrats (TCFD), der im Sommer seinen Abschlussbericht veröffentlichte. An den Reporting-Empfehlungen haben UBS und Swiss Re als Task-Force-Mitglieder aktiv mitgearbeitet.

Nebst diesen Konzernen unterstützt auch der Agromulti Syngenta die Initiative «uneingeschränkt». Nach Angaben eines Syngenta-Sprechers sollen die Klimawandel-Informationen verfügbar sein, sobald die Übernahme durch ChemChina ganz abgeschlossen und das Unternehmen von der Börse dekotiert sei. Der Basler Pharmakonzern Novartis prüft zurzeit die TCFD-Empfehlungen, die man in einer Konsultationsphase unterstützt habe. «Unsere Einschätzung ist, dass die klimarelevante Offenlegung ein legitimes Instrument ist», sagt ein Novartis-Sprecher.

Massiver Wertverlust bis 2100 prognostiziert

Auch der schweizerisch-französische Zementkonzern Lafarge-Holcim untersucht derzeit den TCFD-Bericht darauf, «inwieweit die Empfehlungen Einfluss auf die Berichterstattung in unserer Industrie und auf LafargeHolcim haben können». Man rapportiere bereits an das Carbon Disclosure Project, eine Initiative, die eine Reihe von Parallelen zu den Empfehlungen des Finanzstabilitätsrats aufweisen.

Bisher ist der Klimawandel  an den Kapitalmärkten nicht angemessen eingepreist. Die unmittelbaren Unwetterschäden sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Fehlende Preissignale für die schleichenden Folgen des Klimawandels könnten die Anleger teuer zu stehen kommen - selbst wenn es gelingen sollte, die Klimaerwärmung bis 2010 unter zwei Grad zu halten, wie das im Rahmen des Pariser Klimaabkommens von 2015 stipuliert wurde.

Dem moderaten Anstiegsszenario folgend, schätzt das Beratungsunternehmen Vivid Economics – mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50  Prozent – das Verlustrisiko an den Finanzmärkten auf 4,2 Billionen Dollar. Der Betrag entspricht dem Wert sämlicher kotierter Öl- und Gas-Gesellschaften oder dem BIP Japans.

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