Schon während der Ausschreibung hatte Bombardier damit geworben, dass rund 60 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz anfallen würden. Doch nun rumort es unter den Schweizer Zulieferern. «Wir sehen derzeit noch nicht, wie Bombardier die Schweizer Wertschöpfung von 60 Prozent erreicht», sagt Michaela Stöckli, Direktorin des Schweizer Eisenbahnzulieferer-Verbandes Swissrail.

In diesen Tagen wird eine fünfzigköpfige Delegation von Swissrail-Mitgliedern zu Bombardier in Zürich Oerlikon reisen, wie Stöckli Informationen der «Handelszeitung» bestätigt. «Wir wollen wissen, wie viel der Konzern tatsächlich bei Schweizer Lieferanten bestellt», begründet sie die Mission. Hinzu kommt, dass der Projektleiter des Doppelstock-Zugs Bombardier Ende Jahr verlassen hat, wie Stéphane Wettstein, Chef von Bombardier Transportation Schweiz, bestätigt. Zu den Gründen für den Abgang äussert sich Wettstein nicht. Verschiedene Quellen bestätigen aber, dass der Abgang im Zusammenhang mit der Auswahl von Lieferanten für den neuen Zug steht. Bombardier-Schweiz-Chef Wettstein wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Zulieferer-Branche.

Bombardier habe bereits eine Reihe von Aufträgen an Schweizer Lieferanten vergeben, obwohl deren Angebote teilsweise gar teurer waren als jene von ausländischen Konkurrenten. Wettstein ist zuversichtlich: «Die Wertschöpfungsquote von rund 60 Prozent können wir ungefähr einhalten.» Er schätzt, dass noch rund ein Drittel der Aufträge für den neuen Zug zu vergeben ist.

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