Constantin Medien kann den Verlust eines Grossauftrags der Deutschen Telekom nach eigener Einschätzung wettmachen. Nach der Einstellung des vom Medienkonzern produzierten Angebots «Liga Total» stütze man sich im Sportgeschäft auf neue Online- und Radioangebote sowie Aufträge des Senders Sky Deutschland, sagte Chef Bernhard Burgener. «Unser Ziel ist es, den Verlust von Liga Total zu kompensieren», so der Basler der aus einer Videothekenkette die europäischen Mediengruppe Highlight Communications formte. An ihr wiederum ist Constantin Medien mit 47 Prozent beteiligt.

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Helfen sollen bei der Kompensation auch die bestehenden Geschäfte wie TV-Angebote der hauseigenen Sendergruppe Sport1 und Aufträge weiterer Kunden wie ARD und ZDF. Burgener bekräftigte nach Ablauf des ersten Halbjahrs das Ziel von Constantin Medien, im Gesamtjahr einen Umsatz von 440 bis 480 Millionen Euro zu erwirtschaften und Gewinn zu schreiben. «Das ist alles im Plan», sagte der Konzernchef. Im vergangenen Jahr erwirtschafte Constantin im Sportsegment rund ein Drittel seines Konzernumsatzes von 521 Millionen Euro.

Nur noch Sky und «Bild» als Kunde

Der Liga-Total-Auftrag der Telekom lief vor kurzem aus, weil diese ihre Übertragungsrechte für die Bundesliga an Sky verloren hat. Der Bezahlsender, der die Rechte früher nur für die klassischen Übertragungswege wie Satellit und Kabel gehalten hatte, knöpfte der Telekom bei der Neuvergabe die Rechte für die TV-Übertragung übers Internet ab. Constantin zählte früher beide Anbieter zu seinen Kunden und produziert jetzt nur noch Bundesliga-Programme für Sky sowie für das «Bild»-Online-Portal von Axel Springer, zu welcher auch die «Handelszeitung» gehört.

Constantin ergatterte jedoch selbst die Radiorechte für die Bundesliga - dieses Programm von Sport1 startet am 19. Juli. Das Angebot ist kostenlos, wie Constantin am Mittwoch ankündigte. Es soll sich teilweise durch Werbung finanzieren und vor allem die Fussball-Fans auf die kostenpflichtigen Fernseh- und Online-Angebote locken. Grosse Hoffungen setzt Burgener dabei auf das boomende Geschäft mit Apps für Smartphones, mit denen die Zuschauer die Sportsendungen auch unterwegs sehen können. Mit diesem Vertriebskanal treibt auch Sky Deutschland sein Kundenwachstum.

(se/chb/reuters)