1. Home
  2. Unternehmen
  3. Schweizer Müesli-Pionier gestorben

Nachruf
Schweizer Müesli-Pionier gestorben

Schüssel von Bio Familia: Caspar Arquint kommerzialisierte das Birchermüesli. (Bild: Bio Familia)

Caspar Arquint, der Gründer des Birchermüesli-Herstellers Bio Familia, ist verstorben. Er wurde 91 Jahre alt.

Veröffentlicht am 31.12.2013

Caspar Arquint, der Gründer des Birchermüesli-Herstellers Bio Familia, ist am Samstag verstorben. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Todesanzeige hervor. Arquint wurde 91 Jahre alt. Arquint leitete bis Ende 1986 die Bio Familia AG, die er zu Beginn der 50er-Jahre selbst gegründet hatte. Unmittelbar nach der Firmengründung wollte sich der geschäftliche Erfolg aber noch nicht einstellen.

Das änderte sich 1959, als Arquint damit begann, das Birchermüesli-Rezept des Zürcher Arztes Max Bircher-Benner zu kommerzialisieren. Arquint schaffte es, das Familia Bio-Birchermüesli"als Marke zu etablieren. Die Birchermüesli des Obwaldner Unternehmens verkaufen sich auch heute noch weltweit. Da das Müesli aber nicht geschützt werden konnte, wird der weltweite Markt für Cerealien-Produkte inzwischen von grossen Nahrungsmittelkonzernen beherrscht.

Heute Teil des Hipp-Konzerns

Da das ursprüngliche Rezept des Müeslis - Flocken, frisch geraffelte Früchte, Honig und Milch - den kulinarischen Gewohnheiten anderer Länder und den Trends der Zeiten angepasst wurde, erinnert oft nur noch der Name an das ursprünglich schweizerische Produkt. Dass ein schweizerdeutsches Wort aber von vielen anderen Sprachen übernommen wrude, ist dennoch nicht zuletzt dem Geschäftserfolg von Caspar Arquint zu verdanken.

Das Geld für die Gründung der Bio Familia und deren Aufbau stammte von der deutschen Familie Hipp. Zu deren Firmenimperium gehört Bio Familia noch heute. Dass Bio Familia ausgerechnet das Birchermüesli zu kommerzialisieren begann, ist Erzählungen nach auf den anfänglichen Misserfolg der Familie Hipp auf dem Schweizer Markt zurückzuführen.

Offenbar versucht man erfolglos, die in Deutschland gut etablierte Babynahrung auch in der Schweiz zu verkaufen. Der Misserfolg der Firma Somalon - so hiess Bio Familia anfänglich - führte angeblich auch dazu, dass deren Geschäftsführer krank wurde und sich zur Genesung in ein Sanatorium einweisen liess.

Besser als Speck und Eier

Beim Geschäftsführer handelte es sich um Caspar Arquint, und sein Arzt im Sanatorium war ein Sohn von Max Bircher-Benner. Dieser riet Arquint, statt Speck und Eier Birchermüesli zum Frühstück zu essen, worauf der Somalon-Geschäftsführer schnell wieder gesund wurde.

Anzeige