Den Schweizer Musiklabels bricht der Umsatz weiter weg. 2012 mussten sie einen Einbruch um 15,4 Prozent auf 104,8 Millionen Franken hinnehmen. Schon im Vorjahr betrug das Minus 16 Prozent. Immerhin nahmen die digitalen Verkäufe über das Internet zu.

Dieses Wachstum um knapp 23 Prozent auf 38 Millionen Franken konnte den Rückgang im traditionellen CD-Geschäft aber nicht auswetzen, wie der Musiklabel-Dachverband IPFI Schweiz mitteilte. Vor zehn Jahren hatte sich der Jahresumsatz der Branche noch auf rund 300 Millionen Franken belaufen.

IPFI hofft auf Umsätze aus dem Internet

Die traditionellen CD-Umsätze der über 20 Schweizer Musiklabels halbierten sich in den vergangen zwei Jahren praktisch. IPFI Schweiz führt das auf das Händlersterben und die schrumpfenden Verkaufsflächen für Musik zurück. Darüber hinaus beutelt die Frankenstärke die Branche seit 2010, weil die noch verbleibenden Händler die internationalen Titel vermehrt aus dem Ausland direkt importieren.

Der stark gestiegene Umsatz aus dem Digitalgeschäft im Internet zeigt gemäss IPFI, dass die Labels ihre Hausaufgaben gemacht haben. Neben den etablierten Download-Angeboten stünden seit ein oder zwei Jahren auch Streaming-Dienste zur Verfügung. Im laufenden Jahr rechnet der Verband damit, dass seine Mitglieder im Internet erstmals mehr Umsatz erzielen werden als mit den CDs.

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Weniger Jobs in der Branche

Der seit zehn Jahren anhaltende Erdrutsch bleibt nicht folgenlos für die Stellen in der Branche. Wie eine IPFI-Studie zeigt, arbeiteten 1997 noch 626 Personen auf 576 Vollzeitstellen. 2002 waren es noch 537 Leute und 485 Stellen. Im vergangenen Jahr waren es noch 245 Beschäftigte auf 215 Vollzeitstellen. Die Zahl der Vollzeitstellen ging demnach seit 1997 um 63 Prozent zurück.

Dieser negative Schweizer Trend steht im Gegensatz zur internationalen Entwicklung. Der Weltverband IPFI International meldete Ende Februar ein Umsatzwachstum von 0,3 Prozent für das vergangene Jahr. Das dürfte nach Verbandsangaben eine Trendwende anzeigen.

Verantwortlich für die gegenläufige Schweizer Entwicklung macht der Branchenverband den Bundesrat. Das Internet-Geschäft werde seit Jahren durch illegale Gratisangebote gebremst. Immerhin habe Justizministerin Simonetta Sommaruga 2012 eine Arbeitsgruppe für das Urheberrecht gebildet. Noch Ende 2011 habe die Landesregierung aber jeden Handlungsbedarf verneint.

(muv/jev/sda)