Jüngst machten Gerüchte die Runde, dass Roche am amerikanischen Biotech-Unternehmen Tesaro interessiert sein soll (Artikel hier). Ob der 10-Milliarden-Dollar-Deal für den US-Krebsspezialisten zustande kommt ist offen. Klar aber ist: Roche und Rivale Novartis beteiligen sich in jüngster Zeit regelmässig an jungen Unternehmen mit starken Wachstumstumsausichten.

Jüngstes Beispiel für den Basler Pharma-Kaufrausch ist die Übernahme der Diabetes-Plattform mySugr durch die Roche-Diagnostiksparte (Artikel hier). Erst Anfang Mai hat sich Roche über den Roche Venture Fund an einer Finanzierungsrunde am französischen Biotech-Unternehmen GenSight beteiligt. Das Geld ermöglicht es dem Unternehmen, eine Gentherapie gegen eine seltene, aber gefährliche Augenkrankheit, die zur Erblindung führt, in die klinischen Tests zu schicken.

Gemeinsame Sache der Basler

Bei der Finanzierungsrunde für GenSight mit dabei war auch Novartis. Und die Investition des Basler Konzerns war nicht die einzige in der Augenheilkunde. Novartis hat zusammen mit Partnern jüngst auch Geld in die Entwicklung eines Wirkstoffes gesteckt, der das Absterben von Augenzellen verhindern soll. Erforscht wird das neue Medikament von der US-Firma ONL Therapeutics.

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Die Investments in die Augenheilkunde sind auch vor dem Hintergrund interessant, als Novartis ihre entsprechende Konzernsparte Alcon als Kandidatin für einen Verkauf ins Schaufenster gestellt hat. Präsident Jörg Reinhardt und Konzernchef Joe Jimenez sagten in Interviews beide, dass man sich fragen müsse, ob Novartis der beste Eigentümer für Alcon sei.

Knochenmark-Ersatz aus der Nabelschnur

Engagiert hat sich Novartis in den letzten Wochen auch bei Gamida, einer Firma aus Israel. Sie arbeitet daran, Krebspatienten zu helfen, die eine Knochenmarkspende bräuchten, aber keinen passenden Spender finden. Gamida arbeitet dafür – vereinfacht formuliert – mit Nabelschnur-Stammzellen, die so «programmiert» werden, dass sie das richtige Material produzieren.

Die jeweiligen Investments sind finanziell sowohl für Novartis als auch für Roche leicht zu spannen. Es handelt sich jeweils um wenige Millionen Dollar oder tiefe zweistellige Millionenbeträge. Das zahlen die Giganten praktisch aus der Portokasse. Bedeutsam sind die Deal aber alleweil. Denn sie sichern den Giganten Zugang und Zugriff auf innovative Therapien ausserhalb der eigenen Produkt-Pipeline. Und das kann sich langfristig auszahlen.