Die wirtschaftliche Situation der Schweizer Privatradios hat sich in den vergangenen Jahren zwar deutlich verbessert. Doch gut die Hälfte der Veranstalter erreicht keine genügende Rentabilität. Finanziell schwierig ist die Situation auch bei den Fernsehstationen.

Seit der Neukonzessionierung und der Erhöhung der Gebührenanteile im Jahr 2008 hat sich die wirtschaftliche Situation der Privatradios konsolidiert, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der Publicom AG hervorgeht. Die Werbe- und Sponsoringumsätze stiegen seit 2010 um durchschnittlich acht Prozent. 2012 beliefen sie sich auf 164 Millionen Franken.

Mehr Radios in den roten Zahlen

Allerdings hat die Zahl der Radios, die Verluste schreiben, im vergangenen Jahr zugenommen. Insgesamt, hält Publicom fest, ist das Gesamtbild der Privatradiobranche uneinheitlich. So gebe es in allen Regionen der Schweiz Radios, die «insgesamt erfolgreich wirtschaften, und solche, die weniger erfolgreich sind», heisst es in der Studie. Zwar erzielen Radios in wirtschaftlich starken Gegenden höhere Umsätze und Erträge. Es gebe aber auch verschiedene Beispiele, die zeigten, dass in strukturschwachen Gebieten «rentabel Radio gemacht werden kann».

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Solchen Radios gelinge es, mit angepassten Kostenstrukturen, starken Vermarktungsleistungen und attraktiven Programmen, die Werbe- und Publikumsmärkte überdurchschnittlich auszuschöpfen und vernünftige Renditen zu erwirtschaften, schreibt Publicom.

Nur zwei Regionalfernsehen sind rentabel

Als «weiterhin sehr schwierig» beurteilt Publicom die Situation der konzessionierten Regionalfernsehen – und dies, obwohl inzwischen bis zu 70 Prozent des Betriebsaufwands mit Gebühren bestritten werden kann. Gerade einmal zwei der 13 untersuchten Fernsehveranstalter wirtschaften laut der Studie ausreichend rentabel, die Hälfte ist gemäss der Studie unterfinanziert oder überschuldet. Zwar konnten die Erträge seit 2009 deutlich gesteigert werden, doch setzen erst vier Veranstalter mehr als drei Millionen Franken um.

Dazu komme, dass die Umsätze im letzten Jahr wieder stagniert hätten, heisst es weiter. Mit einem Werbeumsatz von 40 Millionen Franken (ohne Tele Züri) sei Regionalfernsehen im Schweizer Werbemarkt "noch immer eine Randerscheinung".

Die Gebührengelder fliessen in höchst unterschiedlichem Masse in die regionale Berichterstattung. So produziert der effizienteste Fernsehveranstalter mit den öffentlichen Geldern rund sieben Mal mehr regionale Informationen als jener mit der geringsten Umsetzungsleistung.

Erarbeitet wurde die Studie im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) und der Branchenverbände. Insgesamt untersuchte Publicom 33 kommerzielle Radiosender mit Leistungsauftrag sowie 13 konzessionierte regionale Fernsehstationen.

(sda/me/sim)