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Schweizer setzen nicht auf Wetten

Vergleichsweise niedrige Jackpots bei Euromillions und Co. sind schuld am Umsatzrückgang. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Bevölkerung hat letztes Jahr weniger Geld für Wetten der offiziellen Lotterie- und Wettveranstalter ausgegeben. Grund waren unter anderem wenig attraktive Gewinne.

Veröffentlicht am 08.07.2011

Der Umsatz der Schweizer Lotterie- und Wettveranstalter sank im vergangenen Jahr um 110 Millionen Franken oder 3,9 Prozent auf 2,723 Milliarden Franken, wie aus der Lotteriestatistik 2010 hervorgeht.

Auf die Wohnbevölkerung umgerechnet wurden pro Kopf rund 346 Franken in Lotterien und Wetten gesetzt. Im Vorjahr waren es noch 364 Franken gewesen. Pro Kopf seien 235 Franken Gewinne ausgeschüttet worden, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) am Freitag mit.

Weniger attraktive Jackpot-Gewinne

Die Nettoausgabe für diese Art Geldspiele beläuft sich pro Kopf auf 111 Franken. Insgesamt entspricht dies 876 Millionen Franken. Dieser Bruttospielertrag (Spieleinsätze abzüglich ausbezahlter Gewinne) der Lotterie- und Wettveranstalter hatte im Vorjahr 2,6 Prozent höher bei 899 Millionen Franken gelegen.

Der Rückgang ist laut Communiqué auf vergleichsweise niedrige Jackpots der Zahlenlotterien Swiss Loto und Euro Millions zurückzuführen. Die Menschen seien so zu weniger Einsätzen verlockt worden.

Swiss Lotto wies 2010 einen Umsatzrückgang von 5,3 Prozent auf 518 Millionen Franken aus. Euro Millions erreichte noch einen Umsatz von 421 Millionen Franken (Vorjahr: 453 Millionen).

Zunehmende Konkurrenz im Internet für Sportwetten

Mit den Sportwetten Totogoal, sporttip one und sporttip set wurde der Vorjahresumsatz von 50 Millionen Franken knapp verfehlt. Ebenfalls nur minimal rückläufig waren die Pferdewetten PMUR in der Westschweiz. Statt 113 wurden damit 110 Millionen umgesetzt. Dieses Marktsegment wird laut BJ stark konkurrenziert durch illegale Sportwetten im Internet.

Trotz der Umsatzrückgänge schütteten die Gesellschaften Swisslos und Loterie Romande im letzten Jahr mit 542 Millionen Franken fast gleich viel Geld an die kantonalen Lotterie- und Sportfonds sowie an verschiedene direkt begünstigte Sportdachverbände aus wie im Vorjahr (545 Millionen).

(laf/cms/sda)

 

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