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Schweizer soll Austrian Airlines retten

Die Mutter (Lufthansa) greift bei der Tochter (AUA) durch. (Bild: Keystone)

Die österreichische Fluggesellschaft fliegt seit Jahren hohe Verluste ein - jetzt setzt die Muttergesellschaft Lufthansa einen ehemaligen Swiss-Top-Manager an die Spitze.

Veröffentlicht am 18.05.2012

Die Lufthansa greift bei ihrer defizitären Tochter Austrian Airlines durch. Unternehmenskreisen zufolge werde der langjährige Vorstand Peter Malanik die Fluggesellschaft verlassen, berichtet die «Financial Times Deutschland» (FTD).

Ersetzt werden soll er durch Gaudenz Ambühl, den früheren Flugbetriebsleiter und Chief Operating Officer (COO) der Swiss. Ambühl solle zunächst Geschäftsführer der neuen Flugbetriebsgesellschaft von AUA und Tyrolean und später Vorstand werden, so die «FTD». Der Vertrag von Malanik laufe Ende 2012 aus und soll nicht verlängert werden.

Ambühl sieht gemäss einem Bericht auf «derStandard.at» durchaus Parallelen zur Swiss: Es gehe darum, die AUA auf eine ähnliche wettbewerbsfähige Basis zu stellen wie die Swiss, hiess es. «Sollte uns das gelingen, wird auch die zukünftige Entwicklung vergleichbar sein, und Swiss ist bekanntlich heute einer der erfolgreichsten Netzwerkcarrier in Europa. Diesen Weg kann auch die AUA gehen. Das Potenzial ist vorhanden», so Ambühl.

Ambühl gilt als Vertrauter von Lufthansa-Chef Christoph Franz, der mit ihm die Schweizer Tochter saniert. Ambühl hatte bei Swiss ein radikales Kostensenkungsprogramm durchgesetzt. Der Manager ist seit 2010 in Pension, arbeitet aber seit einigen Monaten als Berater von AUA-Chef Jaan Albrecht, so die «FTD».

2011 resultierte bei der AUA ein operatives Minus von 62 Millionen Euro - jetzt soll der Flugbetrieb aus Kostengründen auf die kleineTyrolean ausgelagert werden. Damit erhalten die 600 AUA-Piloten und 1500 Flugbegleiter neue, günstigere Arbeitsverträge. Laut der Wiener Tageszeitung «Standard» zeichnen sich bei der AUA auch auf der zweiten Managementebene Abgänge ab - gehen werde unter anderem Personalchef Richard Piller. AUA und Lufthansa gaben gemäss «FTD» dazu keine Stellungnahme ab.

(vst/laf)

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