Die aktuellen Zahlen zeigen einen positiven Trend im Schweizer Spielwarenmarkt. Das 1. Halbjahr 2007 liegt für traditionelle Spielwaren um 1,9% über dem Vorjahreswert, der Umsatz für elektronische Spiele und Konsolen hat sich im 1. Halbjahr sogar verdoppelt. Zu erwarten ist, dass die Branche dieses Jahr mit einem massiven Plus abschliessen wird.


Christkind im Aufwind

Das Weihnachtsgeschäft legt jedes Jahr etwas mehr zu. Dieses Jahr werden erstmals über 60% des Jahresumsatzes von Oktober bis Dezember erwartet. Auch im Spielwarenhandel stehen die Zeichen auf Wachstum: Toys’’R’’us eröffnet zwei neue Filialen, Franz Carl Weber startet mit einem neuen Geschäft in Lausanne, und weitere aktive Fachhändler eröffnen zusätzliche Verkaufsstandorte. Der Spielwarenmarkt Schweiz ist in Bewegung.

Gemäss IHA-Statistik verzeichnet die Branche mehr Umsatz, hat aber eine geringere Menge abgesetzt. Was Wunder, fehlen dieses Jahr die 40 Mio Paninibilder-Tüten, die im WM-Jahr 2006 abgesetzt wurden. Mit der Fussball-EM 2008 in der Schweiz wird diese Stückzahl nächstes Jahr wahrscheinlich sogar übertroffen.

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Zur positiven Entwicklung trägt selbst der Sommer dieses Jahres bei. Während dieser allgemein als katastrophal bezeichnet wird, profitierte die Schweizer Spielwaren-branche von den günstigen Bedingungen. So führte etwa das schöne Wetter im Frühling und im Frühsommer zu guten Umsätzen im Outdoor-Segment. Das schlechte Wetter im Juli und August wiederum förderte den Absatz von Indoor-Spielwaren.

Hervorragende Umsätze erzielten auch die Feuerwerke, deren Verkauf, anders als im Jahr zuvor, nicht mit behördlichen Verboten belegt wurde. Die Ware war an vielen Orten ausverkauft.

Die erfreuliche Entwicklung ist indessen nicht bloss auf eine
Laune des Sommers zurückzuführen. Neben der guten Konjunktur, von der auch die Spielbranche profitiert, erreicht der Spielwarenmarkt eine immer breitere Zielgruppe. Ob Poker, Gehirn-Jogging oder einfach ein verspielter Abend mit Freunden – das Spielen, virtuell wie traditionell, zieht immer mehr auch die Erwachsenen in Bann.

Zu den stark gefragten Produkten zählen einerseits die virtuellen Spielzeuge, aber auch die traditionellen. Generell lässt sich festhalten: Die Klassiker sind die Bestseller von morgen. Ob Monopoly, Uno oder Pokémon – viele Spiele, die bereits überdurchschnittlich erfolgreich waren, begeistern auch die nächste Generation. Was aktuell besonders auffällt, ist der Umstand, dass die Trendthemen von 2006 heuer sogar noch stärker zulegen und ihren Umsatz mehr als verdoppeln; beispielsweise die Mini-Helikopter und Flugzeuge der Marke Siverlit, Nintendos Wiii oder die Poker-Sets.

Zu den vielen positiven Signalen gehört schliesslich auch der Auftritt der Branche, der in der jährlichen Messe «Suisse Toy» kulminiert. 60000 Besucherinnen und Besucher werden auch dieses Jahr in Bern erwartet, wo erstmals der Suisse Toy Award verliehen wird: Der erste Konsumentenpreis für Spielwaren deckt auf, was sich Kinder wirklich wünschen.

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Peter W. Gygax, Präsident des Spielwaren Verbandes Schweiz (SVS) und CEO der Carletto AG, Zürich.