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Schweizer steigt bei Luxus-Hotel-Projekt in Zürich ein

Schweizer steigt bei Luxus-Hotel-Projekt in Zürich ein
Neues Luxus-Hotel im Glattpark: Eine Grafik zeigt, wie das Kameha Grand in Zürich aussehen soll. (Bild: zvg)

Mit einem Luxus-Hotel im Glattpark und mit einem Hotel in Horgen will der deutsche Hotel-Unternehmer Carsten Rath in der Region Zürich Fuss fassen. Nun beteiligt sich auch ein Schweizer am Hoteluntern

Von Tobias Keller (Interview)
2013-01-30

Die Schweizer Luxus-Hotellerie gerät zunehmend in ausländische Hände. Gemäss einer Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz-Wallis in Siders werden bereits heute 40 Prozent der Fünfsternehäuser von internationalen Besitzern kontrolliert.

Dies war beim Neubau des Luxushotels Kameha Grand im Glattpark anders. Ende des letzten Jahres ist bei der Schweizer Firma des deutschen Hotel-Unternehmers Carsten Rath ein Schweizer Investor gross eingestiegen und hat 20 Prozent des Aktienkapitals übernommen.

«Handelszeitung Online»: Sie konnten die Kapitalerhöhung für ihre LH&E Management AG in der Schweiz erfolgreich abschliessen. Benötigen Sie für den laufenden Markteitritt in der Schweiz mehr flüssige Mittel als gedacht?

Carten Rath: Dies ist die erste von mehreren geplanten Kapitalerhöhungen. Diese Kapitalerhöhung ist strategisch geplant. Das gesamte Kapital fliesst in die Gesellschaft. Das Kapital ist nicht für den Markteintritt in der Schweiz, sondern für das zukünftige Wachstum der Hotelgesellschaft vorgesehen.

Mit dem Investor Peter Mettler konnte ein Schweizer Geldgeber gefunden werden. Das erstaunt - sind es doch im Luxus-Hotel-Bereich hauptsächlich ausländische Geldgeber aktiv. War diese Lösung ein Wunsch von ihnen?

Mich erstaunt diese gar nicht. Die Schweizer Unternehmer sind weitblickend. Peter Mettler ist ein strategisch wichtiger Partner für uns. Als Projektentwickler hatte er schon vor der Kapitalerhöhung mit uns das Kameha Grand Zürich realisiert. Darüber hinaus ist er ein feiner Mensch und angenehmer professioneller Geschäftspartner. Kurzum: ja das war unser Wunsch.

Chinesen sind auf der Melchseefrut in ein Luxus-Ressort eingestiegen, auf dem Bürgen Stock bauen die Kataris und in Andermatt Sawiris. Das ist keine vollständige Aufzählung - was macht die Schweiz für Investoren in dem Bereich so attraktiv?

Die Schweiz hat so viele ausserordentliche Stärken. Infrastruktur, Sicherheit, Internationalität, Herzlichkeit der Mitarbeiter, Professionalität - um nur einige zu nennen. Nicht umsonst schauen die grossen Nationen, die Sie erwähnen, auf die Schweiz.

Warum investieren die Schweizer nicht selbst?
An unserem Beispiel können Sie sehen, dass die Schweizer das sehr wohl tun.

Die Schweiz ist zum Bauen kein einfaches Land. Wie läuft das Projekt in Oerlikon. Sind die Arbeiten für das Kameha Grand im Glattpark auf Kurs?

Ich kann an der Bauabfolge und der Professionalität nichts Schwieriges finden. Das Kameha Grand im Glattpark hat pünktlich gestartet und ist nach nun 4 Monaten genau im Plan.
 
In Horgen kommt es Verzögerung - man hört es habe Einsprachen gehagelt. Haben Sie die Situation unterschätzt?

Es kam in der Tat zu Einsprachen und dadurch zur Verzögerung. Persönlich habe ich mit diesen Einsprachen in der Tat nicht gerechnet. Ich bin aber sicher, dass unser erfahrener Partner, die Mobimo, die Situation zeitnah und gänzlich positiv löst.

Wie sind ihre Projekte in der Schweiz angelegt. Langfristig oder wollen Sie aufbauen und dann möglichst gewinnbringend verkaufen?

Die Pachtverträge sind jeweils auf über 20 Jahre geschlossen.

Im ganzen Land entstehen oder sind schon Luxus-Hotels entstanden. Gibt es überhaupt einen Markt um all die Standorte mit zufriedenstellenden Renditen zu betreiben?

Daran glauben wir fest. Zürich ist ein exzellenter Markt, genauso wie Basel, Genf, Lausanne und auch einige Bergresorts.

Sie haben im September Interesse an einer Beteiligung in Andermatt durchblicken lassen - sind sie da schon weiter? Was hat Samih Sawiris gesagt?

Nein, ich habe nie über eine Beteiligung in Andermatt gesprochen, sondern ein Interesse an einem möglichen Managementvertrag geäussert.

Ihre beiden Anlagen sind nicht im Zentrum vom Zürich - sondern in Horgen und im Glattpark und damit sehr peripher gelegen. Ist das kein Nachteil? Das schöne an Schweizer Städten ist doch - raus aus dem Hotel und die Stadt erkunden. Bei beiden Standorten sind lange Fahrten bis ins Zentrum nötig.   

Lange Fahrten? In Glattpark entsteht eine der spannendsten Business Development-Gegenden Europas. Die Liste der Corporate Headquarters liest sich wie das «Who is Who» der Schweizer Industrie nebst internationalen Firmen mit grosser Reputation. Horgen direkt am See gegenüber der Goldküste, neben der Fähre an der Hauptzufahrtsstrasse zum Kanton Zug und in die Stadt Zürich ist eine Lage, auf die wir uns freuen.

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