Die deutschen Steuerfahnder nehmen nach vermögenden Geschäftsleuten einen weiteren Personenkreis ins Visier: Fussballprofis der Bundesliga. Bisher wurden in Deutschland nur vereinzelte Fussballer wegen Steuermauscheleien an die Kandare genommen. So etwa Franz Beckenbauer in den 80er-Jahren oder nun aktuell Bayern-München-Präsident Uli Hoeness.

Das dürfte sich ändern – nicht zuletzt wegen Schweizer Steuer-CDs, die deutsche Fahnder immer noch auswerten. Ein Bericht des deutschen WDR-Magazins «Sport Inside» vom 4. November enthält ein brisantes Interview mit dem Vorsitzenden der Steuergewerkschaft Nordrhein-Westfalen, Manfred Lehmann. Er bringt die Panini-Bilder ins Spiel, jene Klebebildchen der Kicker, die bei vielen Fussballbegeisterten für jährliche Sammelattacken sorgen. So sollen in der Schweiz Lizenzen für die Bildchen erteilt worden und Gelder auf Schweizer Konti geflossen, jedoch von den Spielern nie in Deutschland versteuert worden sein.

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«Da wurden Kontobewegungen bekannt»

So sagt Lehmann im WDR-Bericht: «In Zusammenhang mit der Schweizer Steuer-CD sind Vorgänge bekannt geworden, die sich über Schweizer Konten abwickelten, die in Zusammenhang mit Panini liefen. Da wurden beispielsweise deutsche Panini-Bilder in der Schweiz lizenziert und in Italien gedruckt; und da wurden dann Kontenbewegungen bekannt. Bekannt wurde auch, dass deutsche Spieler Geld bekommen haben für die Hingabe ihres Persönlichkeitsrechts und die sind in deutschen Steuererklärungen auch nie aufgetaucht.»

Eine Anfrage von handelszeitung.ch am Hauptsitz des Schweizer Ablegers Panini Suisse AG in Wollerau/SZ blieb bis zur Veröffentlichung unbeantwortet. Der Schweizer Sitz Paninis hat als Geschäftszweck unter anderem «insbesondere der An- und Verkauf von Bildrechten und Urheberverwertungsrechten».

Bildergalerie: Legendäre Panini-Bildchen