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Energie
Schweizer Stromkonzernen drohen Milliardenabschreiber

Stromverteilung in Laufenburg: Düstere Aussichten für die Schweizer Konzerne.   Keystone

Nach dem Ja zur SVP-Initiative hat die EU die Verhandlungen zum Stromabkommen ausgesetzt – das hat für die hiesigen Firmen möglicherweise fatale Folgen, wie die Bestandesaufnahme zeigt.

Von Sven Millischer
am 19.02.2014

Den Schweizer Stromkonzernen drohen Abschreibungen in Milliardenhöhe. Dies berichtet die «Handelszeitung» in ihrer neuesten Ausgabe. Nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative und den ausgesetzten Verhandlungen zum Stromabkommen verschlechtern sich die Rahmenbedingungen für die hiesige Strombranche erheblich.

Wenn die EU wie geplant ab 2015 ihre Strommärkte zusammenlegt, hat dies auch gravierende Auswirkungen auf die langfristigen Schweizer Strom-Bezugsverträge mit Frankreich. Das Land ist das einzige EU-Mitglied, von dem die Schweiz Atomstrom in privilegiertem Stil bezieht.

Sollten diese Privilegien fallen, könnte sich nach Recherchen der «Handelszeitung» die Wertminderung für Schweizer Stromkonzerne auf mindestens 1 Milliarde Franken belaufen: «Die Wertminderung beträgt rund 1,4 Milliarden Franken auf die verbleibende Restlaufzeit aller Langfristverträge mit Frankreich», sagt ein Insider, der die Modellrechnungen der Schweizer Stromkonzerne kennt. 

Axpo in Frankreich betroffen

Eine der betroffenen Vertragshalter mit Frankreich ist die Axpo. «Da die Marktpreise momentan tief sind, könnte dies zu zusätzlichen Abschreibungen führen», sagt Sprecherin Daniela Biedermann. Kürzlich hatte auch schon Bundesrätin Doris Leuthard mit Blick auf die Bezugsverträge gesagt: «Wenn wir diese Problematik nicht lösen können, dann wünsche ich den Besitzern dieser Langfristverträge ab dem nächstem Jahr viel Glück. Dann haben Sie wahrscheinlich weitere Abschreiber vor sich.»

Auch die kantonalen Energiedirektoren EnDK sind sich der Problematik bewusst: «Die EU will eine andere Marktordnung einführen. Die Schweiz gilt dann ohne Abkommen als Drittstaat. Damit kann der Handel mit Strom erschwert werden, was möglicherweise zu höheren Transaktionskosten führt», sagte EnDK-Präsident Beat Vonlanthen der «Handelszeitung».

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