Die US-Justiz hat die Schweizer Banker das Fürchten gelehrt - jetzt sind auch die Schweizer Treuhänder beunruhigt, heisst es in einem Bericht von Radio DRS. «Wir nehmen natürlich zur Kenntnis, was die US-Justiz im Moment bietet», wird Patrik Kneubühl, Verbandsdirektor von Treuhand Suisse, zitiert.

Vor allem in den Kantonen mit einem starken Finanzplatz gebe es inzwischen Treuhänder, die sich nicht mehr in die USA wagten.

Auch Anwälte zurückhaltend

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Doch nicht nur Treuhänder sind betroffen. Es gebe auch Anwälte, die derzeit auf Reisen in die USA verzichten, bestätigt Michael Hüppi vom Schweizerischen Anwaltsverband. Er gehe davon aus, dass dies Anwälte seien, die bankennah tätig seien.

Der Anwaltsverband spricht im Bericht von einer kleinen Zahl Betroffener und sehe darum keinen Anlass tätig zu werden. Anders beim mit 2000 Mitgliedern grössten Schweizer Treuhänderverband: Dort wolle man gemäss DRS-Bericht.

Internet als Werbeplattform - und Schaufenster

Patrik Kneubühl bereite vor allem Sorgen, dass seine Mitglieder im Internet einsehbar sind: «Stellen sie sich irgendeine Justizbehörde vor, die nichts zu tun hat und die denkt, neben dem Bankgeheimnis gibt es ja noch das Treuhandgeheimnis», sagt er.

Ob das Mitgliederverzeichnis in seiner jetzigen Form öffentlich bleibt, werde darum überprüft. «Wir haben eine interne Überprüfung eingeleitet, wie wir damit umgehen.»

(vst/aho)