Gute Nachrichten von den Schweizer Brauereien: Nicht nur wurde im zurückliegenden Braujahr per Ende Oktober rund ein Prozent mehr Bier abgesetzt, die Schweizer Brauer konnten auch die ausländische Konkurrenz weiter zurückdrängen, wie der Schweizer Brauerei-Verband SBV mitteilt.

Im Braujahr 2018/2019 wurden in der Schweiz 4,74 Millionen Hektoliter (474 Millionen Liter) Bier abgesetzt (+1,0 Prozent), was rund 55 Litern pro Kopf entsprechen dürfte, wie der SBV schätzt. Schon das dritte Jahr in Folge hat dabei der Marktanteil des Schweizer Biers zugenommen auf zuletzt 77,8 Prozent. Anders gesagt: nur noch 22,2 Prozent des Bieres wurde importiert. 2014 lag der Anteil noch bei 26,8 Prozent (siehe Grafiken).

Treiber hinter den Entwicklungen dürfte auch der Trend zu neuen Biersorten sein. So hat der Anteil der sogenannten Spezialitätenbiere seit 2012 von 5,4 auf 16,5 Prozent zugenommen. Die Schweizer greifen also immer öfter zu Weizenbieren, India Pale Ales oder Stouts.

Oder zu naturtrüben Zwickelbieren, die zu einem grossen Teil hinter dieser Zahl stehen. Feldschlösschen-CEO Thomas Amstutz sagte vor zwei Jahren in einem Interview mit der «Handelszeitung», das naturtrübe «Braufrisch» sei derart erfolgreich, dass es für sich alleine mengenmässig die sechstgrösste Brauerei der Schweiz wäre.

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Ein deutliches Plus, wenn auch auf tiefem Niveau, verzeichnen auch die alkoholfreien Biere, wie der SBV mitteilt. Mittlerweile wird 3,4 Prozent des Biers hierzulande ohne Alkohol verkauft. Verglichen mit 2018 konnten die «bleifreien» um 7,4 Prozent zulegen.

Am meisten Bier verkauft hierzulande die zur Carlsberg-Gruppe gehörende Feldschlösschen-Gruppe mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent. Dahinter liegt die etwa halb so grosse Heineken Switzerland mit den Brauereien Eichhof und Calanda. Zwar gibt es keine offizielle Statistik zu den Marktanteilen der Schweizer Brauereien. Recherchen der «HZ» zufolge liegen hinter den beiden Marktführern die Brauereien Appenzeller, Ramseier (Eigenmarken, unter anderem für Volg), Schützengarten und Doppelleu-Boxer.