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US-Budgetstreit
Schweizer US-Touristen: Shopping statt Kultur

Wegen dem Shutdown haben viele Touristenattraktionen geschlossen. Schweizer Reiseanbieter müssen für ihre Kunden deshalb umbuchen. In Washington steht statt Kultur jetzt Shopping auf dem Programm.

Von Mathias Ohanian
am 02.10.2013

Der «Government Shutdown» ruft die grossen Schweizer Reiseveranstalter auf den Plan: Weil beliebte Touristenattraktionen für Besucher geschlossen sind, muss vielerorts umdisponiert werden. «Betroffen sind vor allem USA-Reisende, die in den Nationalparks eine Unterkunft gebucht haben und dort jetzt nicht bleiben dürfen», sagte ein Kuoni-Sprecher. Von den rund 900 Kuoni-Kunden in den USA seien davon derzeit etwa 70 Personen betroffen. «Wir sind dabei, Unterkünfte ausserhalb der Parks zu buchen.»

Auch bei anderen Reiseanbietern stellt die Schliessung der Nationalparks das grösste Ärgernis dar. Die Lage ist teilweise jedoch unübersichtlich. «Wir wissen nicht, ob alle Parks betroffen sind, ein paar einzelne werden anscheinend durch Freiwillige offen gehalten», sagte eine Sprecherin beim Reiseanbieter Globetrotter. Das Unternehmen zählt rund 850 Kunden, die sich derzeit in den USA aufhalten. In den kommenden zehn Tagen reisen weitere 350 Personen in die USA ab.

Kunden müssen Kosten auslegen

Auch bei Globetrotter wird derzeit nach Alternativen gesucht. «Kunden, die in den nächsten Tagen in die USA fliegen und die Nationalparks besuchen wollen, werden entsprechend über die Situation informiert und falls gewünscht, wird ihnen eine alternative Route vorgeschlagen», teilte das Unternehmen mit. Bei Umbuchungen verlangt Globetrotter keine zusätzlichen Umbuchungsgebühren.

Bei Anbieter Hotelplan Suisse sind bis Ende der Woche knapp 530 Touristen in den USA, bis Ende Oktober insgesamt rund 1560. Die Hoffnung ist dort gross, dass sich Demokraten und Republikaner bald auf einen Kompromiss im Haushaltsstreit einigen werden. «Falls eine gebuchte Leistung – wie Unterkünfte in Nationalparks oder Tickets für Attraktionen – nicht erbracht wird, erstattet Hotelplan Suisse das Geld den Kunden zurück», sagte eine Sprecherin. Der Haken allerdings: erst nach der Reise. Der Kunde muss doppelte Kosten, etwa für Hotelübernachtungen, zunächst selbst auslegen.

Washington: Shopping statt Kultur

Leichter als Naturinteressierte haben es derzeit Städtereisende: Zwar sind Highlights wie die Gefängnisinsel Alcatraz in San Francisco und die Freiheitsstatue in New York ebenfalls unzugänglich - doch diese Metropolen bieten ein breites Spektrum an Alternativen. Anders sieht es laut Kuoni-Sprecher in der Hauptstadt aus: «Kultur- und geschichtsinteressierte Touristen stehen in Washington zurzeit oftmals vor verschlossenen Türen.»

Entsprechend geben die Schweizer Reiseanbieter ihren Kundinnen und Kunden den Ratschlag an die Hand, flexibel zu sein: «Wir empfehlen unseren Kunden bei Beeinträchtigungen, ihr Reiseprogramm kurzfristig zu ändern: Statt ins Museum können sie etwa shoppen gehen», heisst es etwa bei Hotelplan Suisse. 

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