GENERIKA. Luzi A. von Bidder, VR-Präsident der Spezialgenerika- und Pharmaholding Schweizerhall, hält für seine Investoren zu Weihnachten kein Geschenk bereit. «Das Ziel, durch die Aufnahme des Direktvertriebs unserer Produkte in der Schweiz die Nummer drei im Generikamarkt zu werden, muss als zu hoch betrachtet werden», muss er nämlich zugeben.

Seit November 2006 vertreibt der Unternehmensbereich Cimex von Schweizerhall in der Schweiz seine Generikaprodukte selbst; 2006 trug Cimex mit 110 Mio Fr. den grössten Teil zum gesamten Schweizerhall-Umsatz von 130 Mio Fr. bei. Die Strategie sei nicht gescheitert, aber zu ehrgeizig gewesen, sagt von Bidder. «Im 1. Quartal werden wir über unsere revidierten Pläne informieren.»

«Mit dem Zweihänder»

Der Schweizer Generikamarkt ist attraktiv und entsprechend umkämpft. «Die Branchenleader Mepha und Sandoz schenken sich nichts und gehen beinahe mit dem Zweihänder aufeinander los», umschreibt von Bidder die Lage. Entsprechend schwer haben es Unternehmen, die neu in den Markt eintreten wollen. «Unterschätzt haben wir vor allem die Abhängigkeit der Apotheker von Ärzten und Grossisten. Die jüngste Generika-Preissenkungsrunde von Bundesrat Pascal Couchepin vom November haben wir auch nicht erwartet», nennt der Schweizerhall-Präsident als weitere Gründe. Der Beschluss von Couchepin: Soll ein Generikum auch in Zukunft von den Krankenversicherungen rückerstattet werden, muss es neu mindestens 40%, und nicht mehr nur 30% billiger als das entsprechende Originalmedikament sein. Pascal Couchepin kündigte für 2008 bereits weitere mögliche Preissenkungen bei Generika an.

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Wettbewerb nimmt zu

Auch Mepha-Chef Thomas Villiger geht 2008 von sinkenden Preisen aus. «Trotzdem rechnen wir damit, dass neue Konkurrenten im Markt auftauchen. Es wird kaum zu einer Konsolidierung kommen, eher das Gegenteil wird der Fall sein», sagt Villiger.

Stefan Prebil hingegen, Schweizer Länderchef der Novartis-Generikatochter Sandoz, rechnet mit einer weiteren Konsolidierung. «Diese sind unerlässlich und sichern so den jeweiligen Firmen die Basis, im Wettbewerb bestehen zu können», argumentiert er. Weitere Anbieter werden sich laut Prebil deshalb nicht etablieren können.