Die Schweizerische Post hat in den ersten neun Monaten 2014 einen tieferes Betriebsergebnis sowie weniger Gewinn verzeichnet. Der Ebit sank auf 632 Millionen Franken von 769 Millionen im Vorjahr, was mit dem rückläufigen Beitrag aus dem Retailfinanzmarkt begründet wird. Die Anzahl adressierter Briefe nahm zudem weiter ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Auch der Logistikmarkt war von intensivem Wettbewerb geprägt.

Unter dem Strich sank der Konzerngewinn um 7,7 Prozent auf 494 Millionen Franken. Aus heutiger Sicht erwartet die Post für das gesamte Jahr 2014 ein solides Ergebnis: Der Konzerngewinn dürfte jedoch unter dem Niveau des Vorjahres liegen, hiess es.

Erträge bei Poststellen rückläufig

In den ersten drei Quartalen erzielte die Post im Kommunikationsmarkt ein Betriebsergebnis von 188 Millionen Franken gegenüber 178 Millionen im Vorjahr. Dazu habe eine positive Ertragsentwicklung im Segment Swiss Post Solutions und ein geringerer Aufwand im Segment PostMail beigetragen.

Die Betriebserträge von PostMail sowie Poststellen und Verkauf gingen mengenbedingt allerdings zurück. Die Anzahl adressierter Briefe sank um 2,5 Prozent; jene der umadressierten Sendungen nahm um 2,7 Prozent zu.

Paketmenge nimmt zu

Im Logistikmarkt erwirtschaftete die Post ein Betriebsergebnis von 97 Millionen Franken - rund 3 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies beruhe auf betrieblichen Optimierungen, so die Post. Während die Paketmenge zwar um 2 Prozent zunahm, ging der Betriebsertrag wegen des intensiven Wettbewerbs jedoch zurück.

Der Personenverkehrsmarkt wachse kontinuierlich, hiess es weiter. Es wurde hier ein Betriebsergebnis von 36 Millionen Franken gegenüber 27 Millionen im Vorjahr erzielt. Die Steigerung sei vor allem durch den Leistungsausbau in der Schweiz und Frankreich sowie einmalige Verkehrseinnahmen begründet.

Tiefe Zinsen belasten Postfinance

Die im Retailfinanzmarkt tätige Postfinance sieht sich dagegen wegen anhaltend tiefer Zinsen weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Sie erzielte ein Betriebsergebnis von 309 Millionen Franken nach 443 Millionen 2013. Das Zinsergebnis vor Wertberichtigungen blieb trotz höherer Kundengelder gegenüber der Vorjahresperiode praktisch stabil. Höhere Portfolio-Wertberichtigungen sowie ein höherer Sachaufwand schmälerten das Ergebnis zusätzlich.

In den ersten neun Monaten konnten Neugelder von 1'010 Millionen Franken akquiriert werden. Die Kundenvermögen umfassten im September durchschnittlich 115 Milliarden Franken.

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(awp/dbe/ama)