TECHNOLOGIE-AKTIEN.

Diesen Januar blickten alle Technofreaks nach Las Vegas. An der Consumer Electronics Show stellten die Hardwarehersteller ihre neuesten Gadgets vor. Alles wird kleiner – 2008 setzen Intel und Sony auf Ultra-Mobile-PCs mit kleinen Bildschirmen. Marktforschungsstudien orten eine steigende Nachfrage nach derartigen Klein-Laptops in den USA und Europa. Aber auch China und andere Schwellenländer treten vermehrt als Konsumenten von Consumer Electronics auf den Plan.

Ein Wachstumsfaktor für die Technologie ist nach wie vor Moore’s Law. Gordon Moore, einer der Gründer von Intel, sagte in einem Forschungspapier 1965 voraus, dass sich die Dichte der Transistoren auf einem Halbleiter alle zwei Jahre verdoppeln würde. Dieses Gesetz stimmt noch heute und besagt, dass Halbleiter alle zwei Jahre auf die Hälfte ihrer vormaligen Grösse schrumpfen, nur die Hälfte kosten und doppelt so schnell werden. Man vergleiche dazu nur die ersten Walkmans mit heutigen MP3-Playern. Für einen Bruchteil des Preises eines Walkman in konstanten Preisen kann man heute ein iPhone kaufen, das tausende von Songs speichert, ohne dass man einen Koffer voll Kassetten mitschleppen muss. Und mit dem iPhone kann man ins Internet gehen und telefonieren! Trotz des Preiszerfalls bei gestiegener Funktionalität verdient Apple mehr am iPhone als Sony an einem Walkman.

Aufstrebende Staaten

Es ist zu erwarten, dass diese Faktoren dem Technologiesektor 2008 weiter Auftrieb geben. Besondere Bedeutung dürfte den Schwellenländern zukommen: Dort hat sich die Entwicklung aufgrund einer Reihe von Einflüssen, angefangen von der Globalisierung bis zu reichlich vorhandener Liquidität, in den letzten Jahren deutlich beschleunigt. Westliche Unternehmen profitieren davon, dass diese Länder verstärkt in Infrastruktur investieren. Der massive Kursanstieg der Aktien von Komatsu und Caterpillar zeugt von dieser Entwicklung, und viele derartige Wertpapiere bleiben deswegen in den Portfolios. Dieser Trend ist bereits eine Weile sichtbar, aber vielen Investoren noch nicht bewusst (siehe Grafik).Die Schwellenländer wollen auf dem Weg von einer Drittwelt- zu einer Erstweltwirtschaft so rasch wie möglich die Wertschöpfungskette erklimmen. Um jedoch die industrielle Produktion auf niedrigem Niveau hinter sich zu lassen und in Bereiche wie komplexen Maschinenbau oder pharmazeutische Industrie hineinzukommen, ist eine robuste IT- Infrastruktur zentral. Wir glauben, dass wir am Anfang einer Verlagerung der Investitionsprioritäten dieser Länder zur Technologie hin stehen.

Anzeige

Wachsende Konsumkraft

Andere Branchen haben ebenfalls vom Aufschwung in den Schwellenländern profitiert. Mit dem Wirtschaftswachstum entwickelt sich eine grosse, weiterhin wachsende Mittelschicht. Die Bevölkerung der Schwellenländer wird wohlhabender, hat mehr Einkommen zur freien Verfügung, insbesondere für Konsumgüter. Viele westliche Unternehmen haben davon bereits profitiert, besonders diejenigen, die niedrigpreisige Konsumgüter wie Windeln (P&G), Getränke (Coca-Cola) und Zahnpasta (Colgate) produzieren. Sie werden weiterhin Nutzen daraus ziehen, wenn die Einkommen steigen. Wir glauben, dass die Ausgaben für Unterhaltungselektronik noch schneller steigen als die Ausgaben in den genannten Branchen. Aufgrund von Moore’s Law ist der Preis von Unterhaltungselektronik auf ein Niveau gesunken, das für den Massenmarkt dieser Länder erschwinglich ist. Beispielsweise verkauft Nokia in Indien Mobiltelefone für 30 Dollar, erzielt damit zweistellige Margen und steigerte den Gewinn. Die Preissenkungen, die Moore’s Law nach sich zieht, bedeuten, dass die Zielgruppe für Unterhaltungselektronik viel schneller wächst als die anderer Konsumgüter. Nirgendwo sind diese Trends offensichtlicher als auf der arabischen Halbinsel, wo das Wirtschaftswachstum, angetrieben von hohen Ölpreisen, massive Investitionen in Technologie-Infrastruktur bringt. Neue Städte werden in die Wüste gebaut, die über modernste Datennetzwerke und IT-Infrastruktur verfügen, um die Abhängigkeit vom Öl zu vermindern. Die Bevölkerung kauft Mobiltelefone, Laptops, Flachbildschirme und eine Reihe weiterer Technikspielzeuge. Die Technologie schafft hier das Unmögliche: Alle Geräte sind von Halbleitern angetrieben. Halbleiter bestehen aus Silizium. Silizium wird aus Sand gemacht.So haben wir einen Weg gefunden, den Arabern Sand zu verkaufen!