Die vier Index-«Elefanten» sind im neuen Swiss Leader Index SLI deutlich leichter geworden. Gemeinsam machen Nestlé, Novartis, UBS und Roche nur noch etwas mehr als ein Drittel des Index aus, da ihr Gewicht je auf höchstens 9% beschränkt ist und im Index noch weitere 26 Vertreter mit maximal 4,5% gewichtet sind.

Im Swiss Market Index (SMI) bringen es die vier Schwergewichte dagegen nach wie vor auf einen Anteil von 60%. Mit der Verkleinerung des SMI auf 20 von bisher 25 Titel per Ende September werden die schweren Aktien in diesem Index sogar an Bedeutung gewinnen. Noch ist umstritten, welcher Index künftig den Ton angeben wird. Setzt sich der SLI gegenüber dem neuen SMI als Leitindex durch, werden die Schwergewichte unter ihrer «Kappung» leiden. Sollte aber der verkleinerte SMI die Nase vorn behalten, gehören die Schwergewichte zu den Gewinnern.


Large Caps bevorzugt

Ungeachtet dieser Index-Zusammensetzungen ziehen viele Banken generell die Large Caps den Small und Mid Caps vor. Seit geraumer Zeit weisen die Schweizer Small Caps zwar ein besseres Momentum auf als die grossen Titel, mittlerweile handeln die Small Caps aber bereits zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,5, die Large Caps zu 15. «Da Small Caps riskanter sind, müsste ihr KGV eigentlich tiefer sein», erklärt Marc Schürer, Investment-Stratege bei Clariden Leu. Demnach seien die grossen Titel im Vergleich zu den kleinen derzeit günstig bewertet.

Anzeige

In diesem Jahr haben bisher Roche, Novartis und UBS alle leicht verloren, nur Nestlé hat eine positive Kursentwicklung. Der Aktie wird auch das grösste Potenzial attestiert: Von 33 Analysten empfehlen 29 den Titel zum Kauf. Erst vor wenigen Tagen wurde Nestlé von der Deutschen Bank auf «Buy» von «Hold» hochgestuft. Nestlé sei im Vergleich zu anderen europäischen Nahrungsmittelherstellern äusserst tief bewertet, so die Begründung.

Ebenfalls in der Gunst der Analysten stehen die beiden Pharmawerte Roche und Novartis. Morgan Stanley ist für den Sektor insgesamt positiv und hat Pharma neu am stärksten übergewichtet. Mit Blick auf die Kaufempfehlungen der Analysten ist Roche nach wie vor beliebter als Novartis. Kürzlich hat Roche ein feindliches Übernahmeangebot für das US-Diagnostik-Unternehmen Ventana Medical Systems in der Höhe von rund 3 Mrd Dollar angekündigt. Die Übernahme würde sehr gut zu Roche passen, kommentiert Hernani de Faria, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Auch Novartis konnte nach einigen Rückschlägen wie etwa dem Generikastreit mit Teva mit positiven Meldungen zu Produkten aufwarten.

Während die drei defensiven Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche in den letzten Tagen eher freundlich tendierten, drückten die beiden Grossbankentitel auf den Gesamtmarkt. Sorgen der Marktteilnehmer über die negativen Auswirkungen, welche die beiden in Schieflage geratenen Hedge-Fonds von Bear Stearns auf die gesamte Finanzbranche haben könnten, brachten auch UBS und Credit Suisse unter Druck.

Die Performance der grosskapitalisierten Bankenwerte seit Anfang Jahr ist aber ohnehin eher ernüchternd: UBS hat 0,6% verloren, Credit Suisse ist um 2,5% gestiegen. Die Aktie der Credit Suisse wird von über 80% der Analysten zum Kauf empfohlen, die UBS dagegen «nur» von 60%.